Museen am digitalen Wendepunkt …

… hat Sabine Oppolzer ihren Beitrag übertitelt. Naja, sagen wir, die österreichischen Museen waren schon auf einem guten Weg, ihre digitale Präsenz auszubauen, aber tatsächlich haben die momentanen Schließungen zu vielen neuen Projekten geführt.

Hier ein kleiner Streifzug aus der neuen Fernbeziehung mit dem Museum und aktuellen Projekten:

Corona sammeln …

… viele Museen sammeln Objekte aus dem Leben in Zeiten von Corona von der Bevölkerung, darunter

… das Alpinarium Galtür sammelt Schutzmasken-Selfies auf seiner Webseite

GrazMuseum

Haus der Geschichte Österreich

… das Lechmuseum sammelt zusätzlich auch Tagebucheinträge

Museum Arbeitswelt Steyr

Museum Fronfeste

NORDICO Stadtmuseum Linz

… das Webarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek dokumentiert Corona-Webseiten mit Österreichbezug (unter Kollektionen > Event Crawls > Coronavirus 2020)

Rollettmuseum in Baden

Salzburger Freilichtmuseum 

Technisches Museum Wien (mit tollem Interview der Sammlungsleiterin Martina Griesser zum Sammeln von Gegenwart)

Volkskundemuseum, Graz

vorarlberg museum

… Wien Museum

… Besucher/innenkunstwerke sammeln

… das Kunst Haus Wien ruft unter dem dem Hashtag #KunstdesZuhausebleibens zu einer Foto-Challenge

… das Kunstmuseum Waldviertel sammelt unter dem Schlagwort Lebenszeichen Kunstwerke von Besucherinnen und Besuchern

… oder den Frühjahrsputz spenden

Eine andere Herangehensweise an Sammlungserweiterung hat das Technische Museum Wien – das Team sammelt dort die digitale Flaschenpost der Zukunft: Das 10-Megabyte-Museum – mit folgender Aufgabenstellung: Stellen Sie sich vor, Sie haben nur 10 MB zur Verfügung, um das zu sichern, was Ihnen persönlich wichtig erscheint und einen kollektiven Nutzen für in Österreich lebende Menschen haben könnte. Was könnte das sein, wenn sie sich auf 10 MB beschränken müssten?

… oder einfach mal nachfragen

Das Volkskundemuseum Wien stellt in seinem Zwischenjahr zeitaktuelle Fragen: Welche Frage beschäftigt dich 2020? Welche Frage ist dir wichtig? Welche Frage muss 2020 gestellt werden? Die Antworten werden auf Instagram gesammelt.

Aktivitäten auf den Sozialen Medien erweitern …

… tägliche Führungen im Belvedere Wien auf YouTube um 15.00 Uhr

… eine Plattform mit Videos aus den Burgenländischen Museen (Burgenländisches Landesmuseum, Liszt-Haus Raiding, Haydn-Haus Eisenstadt und Landesgalerie Burgenland)

… Geschichten aus dem 15. gibt es im Bezirksmuseum Fünfhaus-Rudolfsheim im Podcast zu hören.

… im YouTube-Kanal des Dom Museums Wien führt Direktorin Johanna Schwanberg durchs Museum

… das Frauenmuseum Hittisau hat zur (noch) nicht eröffneten Ausstellung ein begleitendes Blog gestartet: Starke Frauen, starke Geschichten

… musikalischer „Director´s choice“ bietet das Jüdischen Museum Wien auf Spotify

… im Kunstforum Wien gibt es ein Curator’s Diary auf Facebook

… das virtuelle Kunsthistorischen Museum Wien kann man mit der Podcast-Serie Six Seasons gedanklich besuchen

… das mumok hat sein eigenes Blog gestartet

… das Museum der Moderne Salzburg startet auf YouTube einen Kanal mit Hintergrundgeschichten

… die Niederösterreichischen Landessammlungen haben den Podcast CollectCast auf YouTube gestartet

… das Salzburg Museum startet seinen eigenen Podcast Museum am Sofa

Spielerisch zuhause lernen …

… das Arnulf Rainer Museum in Baden hat sein Mallabor Kids! ins Digitale verlegt.

… Das DomQuartier Salzburg hat eine Menge Kinder- und Jugendprogramm online.

…  die KZ Gedenkstätte Mauthausen veröffentlicht täglich ein Kurzvideo und ein Arbeitsblatt, in dem weiterführende Fragestellungen behandelt werden

… das MAK bietet mit seiner App MAK LAB APP die Möglichkeit, Zukunftsgestaltung in Zeiten der Digitalen Moderne und des Klimawandels zuhause zu erproben

… das Museum Niederösterreich bietet kreative Bastelideen für zuhause an

… das Naturhistorische Museum Wien bietet einmal wöchentlichen einen neuen Workshop im #museumfromhome an

… Das Technische Museum Wien bietet bspw. Experimente für die ganze Familie als Onlineanleitung

Quizzes zu den aktuellen Ausstellungen im Museum im Wohnzimmer der Tiroler Landesmuseen oder geführte Meditationen in leeren Räumen

… im ZOOM Kindermuseum gibt es nach dem Motto ZOOM selber machen für Kinder und Familien viele Möglichkeiten mitzumachen und selbst aktiv zu werden

Virtuelle Sonderausstellungen

… die Ausstellung freispiel. Wolfgang Temmel und Hubert Matt im Steirischen Feuerwehrmuseum Kunst und Kultur im virtuellen Rundgang

Elf neue Perspektiven auf 1945 und Zwischen den Zeiten: Frühling und Sommer 1945 in Bildern gibt es zur Zeit im virtuellen Haus der Geschichte Österreich zu sehen

… im Heeresgeschichtlichen Museum Wien kann die Ruhmeshalle virtuell besucht werdem

… die Ausstellung Robin Rhode. Memory Is The Weapon der Kunsthalle Krems kann ebenfalls virtuell begangen werden

… im virtuellen Lechmuseum kann man dem Klang eines Ortes in der Ausstellung The Sound of Lech nachhören

… in der Schallaburg gibt es auf die heurige Sonderausstellung DONAU – Menschen, Schätze, Kulturen einen digitalen Vorgeschmack

… auch im MAMUZ kann die heurige Sonderausstellung Maya online besichtigt werden

… die Österreichische Mediathek bietet eine Hörausstellung 75 Jahre Zweite Republik und das Ende des Zweiten Weltkriegs

… Das Österreichische Filmarchiv hat seine kürzlich eröffnete Ausstellung Kino Welt Wien – eine Kulturgeschichte städtischer Traumorte in ein Digitorial verpackt.

… Das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt hat das Museum und seine Umgebung – das jüdische Viertel und die beiden jüdischen Friedhöfe von Eisenstadt – mit einer Drohne filmisch eingefangen.

… online nachzuhören ist die Ausstellung Schulgespräche – Junge Muslim*innen in Wien im Volkskundemuseum Wien

 

Weitere Tipps und neue Projekte? Gerne schicken an info@museumsbund.at!

Datum

Erstellt am 4. April 2020

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Neue Datenschutz-Verordnung – Änderungen für Vereinsmuseen?

Ab 25. Mai 2018 tritt die EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft (siehe auch Bundesgesetz zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, Datenschutzgesetz – DSG).

Diese Verordnung regelt, in welcher Form personenbezogene und insbesondere sensible Daten verarbeitet werden dürfen.
Im Regelfall werden in ehrenamtlichen und Vereinsmuseen kaum sensible personenbezogene Daten erhoben: Name, Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, evtl. Geburtsdatum, etc. werden die häufigsten erhoben Daten sein.

Grundsätzlich gilt: Erheben Sie so wenig Daten wie möglich!

Achtung: Bankdaten zählen zu den sensiblen Daten. Diese sollten nach dem Stand der Technik geschützt sein (Serversicherheit, aktualisierter Virenschutz).

Bei der Verarbeitung dieser Daten müssen ab in Kraft treten der Verordnung besondere Maßnahmen ergriffen werden. Datenerhebung, -verbreitung/-nutzung und -speicherung müssen transparent sein.

Tipp:
Auf der Seite der WKO können Sie sich Ihre eigene Checkliste über ein Prüfverfahren zusammenstellen!
>>> weitere Informationen zur Checkliste 


 

Führung einer Mitgliederdatei (mit Erweiterung als Nutzung als Adressdatei für Interessierte, Besucherinnen und Besuchern)

Die Speicherung von personenbezogenen Daten von Besucherinnen und Besuchern sowie Interessierten für eigene Marketing-Zwecken (Einladungen, Newsletter, …) ist natürlich zulässig.

Es empfiehlt sich, bei allen erhobenen Daten einen klaren Verweis zu geben, wo in welcher Form die Daten verarbeitet werden. Meldet sich bspw. eine neues Mitglied an, so schickt man ihm in Form eines Infoblatts die wichtigsten Daten: wo seine personenbezogenen Daten gespeichert werden, wer diese einsieht und bearbeitet, ob diese weitergeleitet werden (z. B. zu einer nicht direkt im Verein durchgeführten Buchhaltung).
Auch wenn Daten von Besucher/innen und Besuchern erhoben werden, die sich bspw. für den Newsletter oder die Zusendung von Informationen interessieren und anmelden (z. B. in Form eines ausgelegten Zettels, in dem man personenbezogene Daten eintragen kann), sollte im Zuge dessen klar gelegt werden, in welcher Form die Daten gespeichert und verarbeitet werden (Adressdatei, Newsletterprogramm etc.).
Wichtig ist, dass die Einwilligung für die Verarbeitung der Daten jederzeit widerrufen werden kann und dass klar formuliert ist, wie man sich abmelden kann.
Sollten die Namen neuer Mitglieder veröffentlicht werden (Internet, Schwarzes Brett, Mitgliedsblätter) ist dafür jedenfalls eine ausdrückliche Einwilligung notwendig!

Achtung:
Für bestehende Mitglieder- und Adressdateien wird davon ausgegangen, dass diese rechtmäßig erhoben wurden, hier sind KEINE neuerlichen Einwilligungserklärungen erforderlich.
>>> weitere Informationen zur Einwilligungserklärung

HINWEIS bei SPENDEN
Für bei Spenden erhobene personenbezogene Daten sollte aufgrund der automatischen Spendenübermittlung eine Einwilligung für die Verarbeitung bereits erteilt!


 

Newsletter

Der Newsletterversand ist natürlich weiterhin möglich! Bei allen Versandadressen, an die bis dato Informations-E-Mails oder Newsletter versendet wurden, wird davon ausgegangen, dass die Adressaten dazu eingewilligt haben oder aber die Zusendung z. B. aufgrund einer bestehenden Mitgliedschaft schlüssig ist. Eine neuerliche Einholung der Einwilligung ist aber empfehlenswert, da diese auch retrograd nachweisbar sein sollte.

Tipp: Personen des öffentlichen Lebens dürfen auch ohne ihre ausdrückliche Einwilligung mit Informationen beschickt werden (bspw. lokale Politiker, Journalisten, …).

Mit Inkraftretens des DVGOs im Mai ist eine AUSDRÜCKLICHE Einwilligung notwendig, bspw. ist das Nicht-Abmelden von einem Newsletter keine Einwilligung.
Grundsätzlich ist die Einwilligung an keine Form gebunden, sie kann auch mündlich oder schlüssig (bspw. durch Übergeben einer Visitenkarte) erteilt werden, es empfiehlt sich aber eindeutige Einwilligungserklärungen für jeden einzelnen Adressaten zu speichern bzw. aufzuheben.
Möglichkeiten hierzu sind Formulare auf der Webseite, aus denen eindeutig hervogeht, dass das Ausfüllen des Formulars zu einer Newsletteranmeldung führt, eine E-Mail, mit Bitte um Zusendung des Newsletters, eine E-Mail-Verkehr, aus dem hervor geht, dass die Zusendung des Newsletters erwünscht ist, …
Wichtig ist vor allem, dass klar und deutlich ist, wie man sich JEDERZEIT vom Newsletter wieder abmelden kann.

>>> weitere Informationen zu E-Mail-Newslettern
>>> FAQ der WKO zum Newsletterversand


 

Recht auf Auskunft und Löschung

Es besteht jederzeit die Pflicht, Auskunft über die Verarbeitung personenbezogener Daten zu geben. Außerdem hat der Betroffene das Recht, die erhobenen Daten löschen zu lassen (Ausnahme: gesetzliche Speicher- und Aufbewahrungsfristen).

>>> weitere Informationen zum Recht auf Vergessenwerden


 

Verzeichnis sämtlicher Verarbeitungstätigkeiten

Es ist verpflichtend, ein Verzeichnis zu führen, in dem detailliert beschrieben wird, wer die Daten wie verarbeitet.
Sämtliche Verarbeitungstätigkeiten müssen verzeichnet sein.
– Name und Kontaktdaten aller Veranwortlichen bzw. jener, die mit Daten arbeiten (Achtung: auch das Lesen von Daten gilt als Datenverarbeitung)
– Zweck der Datenverarbeitung
– Beschreibung der betroffenen Personen und Kategorien (bspw. Mitglieder, Newsletter-Empfänger, Einladungsliste für postalischen Versand …)
– Weiterverarbeitung durch Dritte? (bspw. externe Buchhaltung)
– vorgesehene Frist für die Löschung
– Beschreibung der technischen und organisatorischen Datensicherheitsmaßnahmen

Die Form des Verzeichnisses ist nicht relevant, ein sehr gutes Beispiel findet sich bei der Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) als Vorlage (Download).

>>> weitere Informationen zur Dokumentationspflicht


 

Webseite

Impressum >>> Datenschutzerklärung!

Eine einfache und kostengünstige Methode ist es, neben dem Impressum einen weiteren Punkt zum Thema Datenschutz einzufügen und dort alle auf den ersten Blick relevanten Informationen zum Datenschutz öffentlich zu machen.

Analyse-Tools

Sollten für die Webseite Analyse-Tools genutzt werden (bspw. Google Analytics), sollte darauf geachtet werden, dass die Daten anonymisiert erhoben werden (Anonymisierung der IP-Adressen!).


 

Weiterführende Links:
# Die Wirtschaftskammer Österreich hat umfassende Informationen mit FAQs zu einzelnen Themen auf ihrer >>> Webseite.

# Auf der >>> Webseite des Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg finden sich viele hilfreiche Informationen für Vereine.

# Musterdokumente finden Sie auch auf der Webseite der Wirtschaftskammer.

Datum

Erstellt am 9. März 2018

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Verpflichtende Spendenmeldung ab 1. Jänner 2017

Museen von „Körperschaften öffentlichen Rechts“ (Bundes-, Landes- und Gemeindemuseen) und
Museen von anderen Rechtsträgern mit Sammlungen von „überregionaler Bedeutung“ (siehe dazu folgende Verordnung) sind ab 1. 1. 2017 verpflichtet, für Zwecke der Datenübermittlung beim Finanzamt Wien 1/23 einen FinanzOnline-Zugang zu beantragen (>>> Formular).

Zusätzlich zu diesem Formular wurde ein „Fragebogen für Museen“ aufgelegt (>>> Fragebogen). Dieser Fragebogen dient zur Beurteilung, ob ein Museum die Anforderungen erfüllt, um steuerlich begünstigt zu sein.

Um die Bearbeitung für das Finanzamt zu erleichtern und das Verfahren zu beschleunigen, empfiehlt es sich, die Beantwortung der Fragen zeitgleich zu übermitteln.

Dies trifft zu, wenn bei einem Museum insbesondere folgende Umstände vorliegen:Sammlungsgegenstände sind in geschichtlicher, künstlerischer oder sonstiger kultureller Hinsicht von überregionaler Bedeutung, wenn sie durch ihre Einzigartigkeit, Besonderheit oder Vielfalt der Sammlung einen besonderen Stellenwert verleihen oder als Grundlage eines spezifischen Alleinstellungsmerkmals fungieren. Das Finanzamt Wien 1/23 prüft bei einem Privatmuseum, ob die Voraussetzungen für die steuerliche Begünstigung gegeben sind, was dann der Fall ist, wenn es von „überregionaler Bedeutung“ ist. Dabei ist auch das BKA beizuziehen, die Verordnung besagt:

1. Die wissenschaftlichen, forschungsbezogenen und erzieherischen Aufgaben des Museums sind nicht nur auf den näheren regionalen Umkreis des Museums bezogen.
2. Das Publikumsinteresse ist nicht bloß der betreffenden Region zuzuordnen, sondern ein wesentlicher Teil der Besucherinnen und Besucher stammt auch aus anderen Regionen.
3. Das Medieninteresse ist nicht bloß der betreffenden Region zuzuordnen

Die zugelassenen Museen werden sodann auf der BMF-Homepage in die „Liste begünstigter Einrichtungen“ aufgenommen.

Die Aufnahme in diese Liste erfolgt auf Grund des Zulassungsverfahrens beim Finanzamt Wien 1/23. Solange eine solche nicht erfolgt ist, kann auch keine Aufnahme des Museums in der „Liste begünstigter Einrichtungen“ erfolgen. Es ist daher im eigenen Interesse der Museen erforderlich, dass sie möglichst bald die Zulassung beim Finanzamt Wien 1/23 beantragen. Dazu sind die Museen nach dem Gesetz verpflichtet.

Automatische Spendendatenübermittlung ab 2017

Für Spenden, die ab dem Jahr 2017 geleistet werden, ist für die Berücksichtigung als Sonderausgabe in der Arbeitnehmerveranlagung ein automatischer Datenaustausch vorgesehen: Die empfangende Organisation übermittelt den Gesamtbetrag der in einem Jahr geleisteten Spenden auf elektronischem Weg in datenschutzkonformer Weise an das Finanzamt, das diesen Betrag dann automatisch im Bescheid berücksichtigt. Die Spenden müssen daher nicht mehr in die Steuererklärung aufgenommen werden.

Von diesem Datenaustausch sind auch Spenden an Museen betroffen; gleiches gilt für Kirchenbeiträge und Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung in der Pensionsversicherung.

Um den Datenaustausch durchführen zu können, ist es erforderlich, dass der Spender (zumindest) folgende Identifikationsdaten bekannt gibt:

# Vorname und Nachname (in getrennten Feldern)
# Geburtsdatum

Der Datenaustausch ist verpflichtend vorgesehen. In der (Arbeitnehmer)Veranlagung werden als Sonderausgaben nur mehr Spenden berücksichtigt, die im Wege dieses Datenaustausches der Finanzverwaltung bekannt gegeben wurden. Spenden, die davon nicht erfasst sind, können nicht mehr beim Finanzamt als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Der Spender muss daher seine Identifikationsdaten bekannt geben, damit die Spende als Sonderausgabe berücksichtigt wird.

Aus den Personendaten (Vor- und Nachname, Geburtsdatum) wird ein verschlüsseltes Personenkennzeichen (vbPK SA = verschlüsseltes bereichsspezifisches Personenkennzeichen Steuern und Abgaben mit 127 Zeichen) über das Stammzahlenregister ermittelt. Es ermöglicht ausschließlich der Finanzverwaltung einen Rückschluss auf die Person des Spenders. Ein Datenmissbrauch ist durch diese Verschlüsselung ausgeschlossen. Das vbPK SA bleibt der jeweiligen Person zugeordnet. Seine Ermittlung erfolgt direkt über eine technische Schnittstelle zum Stammzahlenregister über FinanzOnline.

Damit das verschlüsselte Personenkennzeichen problemlos ermittelt werden kann, ist es wichtig, dass die Identifikationsdaten korrekt bekannt gegeben werden, insbesondere, dass die Schreibweise des Namens mit jener im Meldezettel übereinstimmt. Es wird empfohlen, jedenfalls auch die Adresse des Spenders aufzunehmen.

Anonyme Spenden können nicht berücksichtigt werden. Absetzbare Spenden sind an keine Untergrenze gebunden. Maximal können sie in Höhe von 10 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte berücksichtigt werden.

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass der Spender die Spende auch steuerlich geltend machen möchte. Dazu bedarf es aber der Bekanntgabe der Identifikationsdaten. Darauf ist der Spender jedenfalls bei der Spendenübernahmebestätigung hinzuweisen.

Die Datenermittlung erfolgt über FinanzOnline, diese sind auch für den Steuerpflichtigen dort einsehbar. Der Steuerpflichtige kann die für ihn durchgeführten Übermittlungen in seinem Steuerakt in FinanzOnline einsehen. Auf dem Steuerbescheid werden die berücksichtigen Übermittlungen ebenfalls bekannt gegeben.

Die Übermittlung erfolgt jeweils bis zum Februar des Folgejahrs, erstmalig für das Steuerjahr 2017 bis Februar 2018.
Die Daten müssen nicht auf einmal übermittelt werden, sondern können auch (für verschiedene Spender) in mehreren Tranchen übermittelt werden. Die Übermittlung muss aber pro Spender alle Jahresspenden in einem Gesamtbetrag umfassen.
Fehlerhafte Informationen können durch Neuübermittlung korrigiert werden.
Dazu empfiehlt es sich, den Spenden bzw. den Spendern fortlaufende Nummern zu vergeben, da bei fehlerhaften Meldungen eine Neumeldung zugeordnet werden muss (Referenznummer).

Die Übermittlung kann auf FinanzOnline erfolgen über
# XML-Struktur als Webservice
# File Upload
# manuelle Eingabe

Bei Sachspenden ist steuerlich der „gemeine Wert“ (= Verkehrswert) als Geldbetrag absetzbar.
Ab 2017 muss das Museum den Spendenbetrag an das Finanzamt übermitteln, so der Spender diese geltend gemacht haben möchte. Das bedeutet, dass auch das Museum die Höhe des Geldwertes einer Sachspende ermitteln muss, da das Museum einen Geldbetrag in der Übermittlung angeben muss.
Aus der Arbeitspraxis kennen wir die Wertermittlung für Leihgaben und -nahmen. 

Ausführliche FAQ finden Sie >>> hier und auf der Webseite des Fundraising Verbands Austria.

Datum

Erstellt am 25. Oktober 2016

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Wie wird man eine spendenbegünstigte Einrichtung?

Spenden an sog. „spendenbegünstigte Einrichtungen“ können vom Spender von der Steuer abgesetzt werden und zwar in der Höhe von maximal 10 % des Gewinnes bzw. der jährlichen Einkünfte des Spenders.
Das Spendenvolumen selbst kann diese Grenze natürlich überschreiten.
Spenden an begünstigte Organisationen sind für den Spender attraktiver, da diese dessen Steuerbelastung reduzieren.

Was ist eine Spende?

Spenden sind laut § 12 Abs. 1 Z. 5 KStG „Aufwendungen zu gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken und andere freiwillige Zuwendungen.“ Ökonomisch betrachtet sind Spenden freiwillige Leistungen, für die zwar keine Gegenleistung gefordert wird, aber für einen bestimmten Zweck erbracht werden.
Das heisst, dass nur Spenden an gemeinnützige, kirchliche und mildtätige NPOs Spenden sind. Echte Mitgliedsbeiträge mit Rechten und Pflichten sind es dagegen nicht.
Bei Fördermitgliedschaften überwiegt in der Regel der Spendencharakter. Daher werden sie entweder geteilt oder ganz dem Spendenbereich zugeordnet (Quelle: Fundraising Verband Austria).

Was bedeutet „Gemeinnnützigkeit“?

Es gibt große Unterschiede zwischen allgemeiner Auffassung von Gemeinnützigkeit und der tatsächlichen steuerlichen Gemeinnützigkeit.
Keine Gewinnabsicht („non-profit“) alleine ist bei weitem nicht ausreichend für steuerliche Gemeinnützigkeit.

Gemeinnützig per Gesetz bzw. durch bestätigte Gleichstellung

Grundsätzlich gemeinnützig sind dem Gesetz nach

  • Museen, die von Gebietskörperschaften betrieben werden
  • Museen von privaten Rechtsträgern, wenn diese Museen einen den Museen von Körperschaften des öffentlichen Rechts vergleichbaren öffentlichen Zugang haben und Sammlungsgegenstände zur Schau stellen, die in geschichtlicher, künstlerischer oder sonstiger kultureller Hinsicht von überregionaler Bedeutung sind

Für letzteres wird dies auf Grund des Zulassungsverfahrens beim Finanzamt Wien 1/23 möglich.

Gemeinnützig durch Bescheid

Für alle anderen Einrichtungen gilt, dass die Gemeinnützigkeit durch Bescheid des Finanzministeriums bestätigt werden muss, damit Spenden an diese Einrichtungen durch den Spender in der Steuererklärung (Arbeitnehmerveranlagung, Einkommenssteuer) geltend gemacht werden können.

Die Kriterien dafür sind folgende:
Über min. 3 Jahre muss ein gemeinnütziger Zweck verfolgt werden, d. h. Unternehmungen, die der Allgemeinheit auf geistigem, kulturellem, sittlichem oder materiellem Gebiet förderlich sind
Der gemeinnützige Zweck muss rechtlich verankert sein (Statuten, Satzung, Gesellschaftsvertrag) und auch gelebt wird.
Weniger als 10 % der Verwaltungskosten dürfen für die Spendenverwaltung aufgewandt werden (Fundraisingkosten sind nicht inkludiert).
Min. alle 2 Jahre müssen Förderungen durch die öffentliche Hand erhalten werden, die in der Transparenzdatenbank ersichtlich sein muss.

Diese Kriterien müssen durch einen Wirtschaftsprüfer bestätigt werden (inkl. Jahresabschlussprüfung für 3 Jahre).
Nach Prüfung durch das Finanzamt Wien 1/23 wird die Institution in die Liste spendenbegünstiger Organisationen aufgenommen.
Die Voraussetzungen werden jährlich geprüft.
Der Antrag auf Spendenbegünstigung muss im ersten Halbjahr eingebracht werden, um die Spendenbegünstigung fürs laufende Jahre geltend machen zu können.

Nähere Informationen …
… des Bundesministerium für Finanzen zur Absetzbarkeit von Spenden und zur Aufnahme in die Liste der spendenbegünstigten Organisationen
… beim Fundraising Verband Austria

Datum

Erstellt am 29. September 2016

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Der österreichische Spendenmarkt – Potenziale für den Kunst- und Kulturbereich

Nicht zuletzt seit der Einführung der Spendenabsetzbarkeit auf mildtätige und Forschungs-Zwecke (2008) und der schrittweisen Erweiterung auf Natur- und Umweltschutz sowie Feuerwehren, lässt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Spenden in Österreich verzeichnen.

Siehe auch: Wie wird man eine spendenbegünstigte Organisation?

Bis 2016 war es im Kulturbereich nur Bundeseinrichtungen und Museen per Bescheid vorbehalten auf die Liste der spendenbegünstigten Einrichtungen zu kommen. Nun besteht die Möglichkeit für Kulturorganisationen unter bestimmten Voraussetzungen auf die Liste der spendenbegünstigten Einrichtungen zu kommen.

Österreich ist traditionell ein Land der Klein- und Mittelspender.

Mehr als die Hälfte aller BürgerInnen, nämlich 64 %, spenden (Quelle: Spendenbericht 2015, Erhebung durch PublicOpinion). Personen, die spenden sind im Durchschnitt älter als 60 Jahre, haben eine höhere Schulbildung und verfügen über ein Netto-Haushaltseinkommen von zumindest 1.500 Euro/Monat. Zudem spenden mehr Frauen als Männer.

Traditionsgemäß liegen die Spendenthemen „Kinder“ und „Tiere“ bei den Österreicherinnen und Österreichern mit 29% und 22 % auf Platz 1. Gefolgt von „Katastrophenhilfe im Inland“, für die rund 16 % der Bevölkerung spendet. Immerhin gaben 5 % der Befragten an, für „Kunst, Kultur, Unterhaltung und Freizeit gespendet“ zu haben – dieses Spendenthema liegt somit gleich auf wie die klassischen sozialen und mildtätigen Spendenthemen „Bekämpfung von Seuchen“, „Bekämpfung des Hungers in der Welt“ „Alte Menschen“, „Jugendliche“.

Kunst und Kultur als kontinuierlich wachsendes Spendenthema: Laut Umfrage steigen die Spenden für „Kunst und Kultur“ seit einigen Jahren kontinuierlich an: 2009 spendeten nur 1 % der Bevölkerung für Kultur, in den Jahren 2013 und 2014 waren es bereits 4 % und 2015 immerhin 5 %. Das liegt möglicherweise auch daran, dass mehr Kultureinrichtungen als früher mit Fundraising beginnen.

Was bewegt die Österreicher/innen, Spenden für eine Einrichtung zu geben? Als ausschlaggebend genannte Gründe für eine Spende waren im letzten Jahr u. a. die Motive „Weil mir die Organisation sympathisch ist“ (60 %) und „Weil mich der Aufruf zu spenden überzeugt hat“ (49 %).

Wer nicht fragt, bekommt auch nichts – während hingegen ein klar formulierter Spendenaufruf für ein bestimmtes Projekt selbstverständlich auch im Kulturbereich überzeugt und seine Spender/innen findet. Viele Nicht-Spender wurden vielleicht noch nie gefragt oder mit ihrem Spendenthema abgeholt!

Fundraising-Instrumente im Kulturbereich

Auch im Kulturbereich gibt es einige Instrumente der systematischen Spenderansprache und –bindung, die bevorzugt eingesetzt werden: Neben den beliebten Patenschaften für Kunst- und Kulturobjekte beginnen in den letzten Jahren auch einige Kultureinrichtungen, behutsam aber kontinuierlich Legatfundraising aufzubauen. Spender/innen können so mit einem Vermächtnis auch weiterhin Kulturprojekte ermöglichen oder zu Sammlungen beitragen. Aufgrund der älter werdenden Gesellschaft wird dieser Spendenform in ganz Europa mittlerweile wachsende Bedeutung beigemessen.

Sibylla Haindl
FVA – Fundraising Verband Austria


Der Fundraising Verband Austria bietet neben Aus- und Weilerbildungen auch Projekte und Service zum Thema Fundraising und Spenden in Österreich an. Für Kultureinrichtungen gibt es eigene Informations- und Vernetzungsmöglichkeiten, sowie eine jährliche Fachtagung. >>> weitere Informationen

Foto: Das Logo zur Spendenabsetzbarkeit können Sie beim Fundraising Verband Austria anfordern unter fva@fundraising.at.

Datum

Erstellt am 29. September 2016

Credits und weitere Informationen

Foto: pxphere