Erstellt am 6. Juli 2015

Sehen und Sichtbares

Gut sehen zu können, ist nicht selbstverständlich. Sehbeeinträchtigungen sind Sehschwächen, die sich nicht ausgleichen lassen und dauerhaft sind. Sehbehinderungen sind vielfältig sowie unterschiedlich stark ausgeprägt. Sie können von eingeschränktem Sehvermögen, begrenztem Gesichtsfeld, reduzierter Farbwahrnehmung bis zur Blindheit reichen. Um den Sehsinn zu unterstützen oder auszugleichen, gewinnen Hör- und Tastsinn an Bedeutung.

Von der Orientierung zur Information

Leit- und Orientierungssysteme mit taktilen, akustischen und visuell angepassten Angeboten im Gebäude und zu den Exponaten kommen allen zugute. Zusätzliche multisensorische Vermittlung ermöglicht den Besuch unabhängig von Führungen.

Gehen, Stehen, Sitzen, Berühren
Die Bewegung durch das Haus, in die Räume und zu den Exponaten benötigt Bewegungsfreiheit für Begleitperson, Blindenstock und Blindenhund. Gut positionierte, auffindbare Stühle bieten sich als Bereiche für Zusatzinformationen an. Wichtig ist, die komfortable Positionierung für Hände und Finger zu beachten.

Sehen
Schnörkellose, große Schrift sowie kontrastreiche Präsentation kommen allen zugute. Hell-/Dunkelkontrast ist ebenso wichtig, wie kräftige Farbkontraste. Die Kombination von rot und grün sollte unterbleiben, da viele Menschen diese Farben schlecht oder gar nicht trennen können. Blendfreie Verglasung und gute Beleuchtung sollten selbstverständlich sein.

Hören
Neben akustischen Leitsystemen kommen Audioguides, die Sehbehinderungen berücksichtigen zum Einsatz. Zusätzlich können spezielle Akustikstationen mit Zusatzinformationen ausgestattet werden.

Tasten
Taktile Leitlinien durch das Gebäude und zu den Exponaten sowie Aufmerksamkeitsfelder sind wertvolle Orientierungshilfen, die zur Inszenierung (z. B. wechselndes Material) und Vermittlung beitragen können. Kopien sowie Materialmuster machen Exponate „be“greifbar.  Architektur, Fotos, Gemälde, Schriftstücke u. v. m. können als taktile Folien umgesetzt werden. Texte mit erhabener Punkt- (Braille) und Schwarzschrift informieren zusätzlich.

Riechen
Inszenierungen, die Geruchsstationen und Audioinformationen inkludieren, tragen zum multisensorischen Gesamterlebnis nachhaltig bei.

Fazit
Akustische und Taktile Angebote wecken Interesse und erweitern zusätzlich den Erfahrungshorizont jener, die sie nicht unbedingt benötigen.

Doris Prenn, prenn_punkt. buero fuer kommunikation & Gestaltung


Foto: Ars Electronica Center

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