Erstellt am 6. Juli 2015

Eingeschränkte Mobilität?

Ein Mehrheitsproblem!

Es gibt tatsächlich mehr Personen mit eingeschränkter Mobilität als solche, die sich völlig frei und uneingeschränkt bewegen können. So gibt es zahlreiche Faktoren, die volle Beweglichkeit als Rarität erscheinen lassen. Bewegungseinschränkungen beginnen mit der Bekleidung und enden nicht mit der mehr oder minder großen, leichten oder schweren Tasche. Das liegt auch daran, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, daher selten alleine unterwegs ist und sich um seine Angehörigen kümmert. Der Nachwuchs wird am Arm getragen, an der Hand geführt oder im Kinderwagen geschoben, während Älteren der Arm als sichere Stütze geboten wird. Hinzu kommen jene Menschen, die auf verschiedene Formen von Gehhilfen oder Rollstühleangewiesen sind.

Uneingeschränkte Zugänglichkeit?

Die Zugänglichkeit zum Museum und zur Ausstellung sollte nicht nur aus gesetzlichen Gründen möglichst barrierefrei sein. Universelles Design kommt allen Besucherinnen und Besuchern zugute, während die Anpassung an besondere Bedürfnisse zugleich jene senisbilisieren, die diese Angebote nicht benötigen.

Es ist machbar!

Hineinkommen

Treppen und Einzelstufen sind nur dann unüberwindbare Hindernisse, wenn Rampen und Lifte fehlen. Der schwellenfreie, rutschhemmende Boden muss gut befahr- und begehbar sein.

Durchkommen

Durchgangsbreiten sind nicht nur für den gesetzlichen Fluchtweg wichtig, Ellenbogenfreiheit ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor für Besucher/innen mit und ohne Begleitung. Außerdem erfordert das Wenden einesRollstuhls eine entsprechende Fläche.

Dazukommen

Ein Haus, das auf Vermittlung von Inhalten Wert legt, sorgt dafür, dass es unterfahrbare Vitrinen – falls Pultvitrinen unvermeidlich sind – gibt, die das Betrachten der Exponate in Sitzhöhe möglich macht. Die zugehörigen Informationen nicht nur in einer Lesehöhe anzubieten, sollte ebenfalls bedacht werden.

Verweilen

Sitzgelegenheiten – gegebenenfalls kombiniert mit einem multisensorischen Angebot – sollten kein seltener Luxus sein.

Fazit

Mobilitätseinschränkungen sind vielfältig und häufig. Die gut zugängliche „Behindertentoilette“ mit allen Elementen in geeigneter Sitz-, Griff- und Sichthöhe ist für eine Kulturinstitution jedenfalls nicht genug.

Doris Prenn, prenn_punkt. buero fuer kommunikation & Gestaltung


Fotos: Universalmuseum Joanneum, Österreichische Galerie Belvedere (re)

TeilenTweet about this on TwitterEmail to someoneShare on Facebook