Dinos, Daten, DNA – Neue Medien in der DASA Arbeitswelt Ausstellung Dortmund

Digitalität als Ausstellungsthema

Die digitale Transformation hat mittlerweile nicht nur unsere Alltags-, sondern auch Arbeitswelt maßgeblich verändert. Auf bestimmte Berufszweige hat die Digitalisierung mehr Einfluss genommen als auf andere. Insbesondere die Welt der Medienproduzierenden hat dies nachhaltig verändert, neue Arbeitszweige geschaffen, einige Stellen aber auch vernichtet. Da wir uns in der Dauerausstellung der DASA Arbeitswelt unter dem Titel Im Wettlauf der neuesten Nachrichten bereits mit eben jener Arbeitswelt befassen, wurde dieser Bereich nun als Reaktion auf die Weiterentwicklung der Medienlandschaft, inhaltlich mit der Ausstellung Neue Medien erweitert.

Neue Medien

Zu Beginn der Konzeptphase sahen wir uns besonderen Herausforderungen gegenübergestellt: Auf welche Weise vermittelt man nachhaltig und abwechslungsreich so abstrakte Themen wie Digitalität, Medienkompetenz und Qualität von Nachrichten? Und wie kann die sich stetig wandelnde Arbeitswelt von Medienproduzierenden anschaulich und nachvollziehbar thematisiert werden? Schnell wurde deutlich, dass wir bei dieser Thematik nur schwer auf analoge Exponate zurückgreifen konnten. Auf der anderen Seite wollten wir jedoch auch keine Ausstellung produzieren, in der ausschließlich Monitore zu sehen sein würden.
Da interaktive und spielerische Ausstellungselemente zum festen Repertoire der DASA Arbeitswelt gehören, manifestierten sich bald crossmediale Ansätze für die Vermittlung der Ausstellungsinhalte.
Entlang des älteren Bereichs der Ausstellungseinheit erstreckt sich nun die Neue Medien-Ausstellung.

Die Ausstellung ist in sieben Themenabschnitte unterteilt: Der Bereich Austausch rund um die Welt vermittelt einen Eindruck der weltweiten Vernetzung von Medienschaffenden untereinander und mit ihren Rezipientinnen und Rezipienten. Dank der digitalen Medien ist diese Vernetzung um ein vielfaches einfacher geworden und bringt Produzentinnen/Produzenten und Nutzer/innen näher zusammen, lässt jedoch auch die Grenze zwischen diesen beiden Gruppen immer mehr verschwimmen.
Bei der stetig steigenden Nachrichtenvielfalt ist es beinahe unmöglich, den Überblick zu bewahren. Für den Journalismus stellt sich hierbei auch die Frage nach der Qualität der Inhalte: zählen Aktualität und Schnelligkeit mehr, als gut recherchierte Themen? Die Installation TV Bot 2.0 von Marc Lee greift diese Frage auf und zeigt Nachrichten weltweit, die soeben online gegangen sind, ungeachtet ihrer Inhalte und allein aufgrund ihrer Aktualität.
Um soziale Medien und insbesondere um die Interaktion mit anderen Menschen in der virtuellen Welt, dreht sich der Ausstellungsabschnitt Senden und Empfangen. An zwei digitalen Spielstationen können die Besucher/innen über die verschiedenen Konnotationen von Emojis diskutieren und erfahren, wie sich Hasskommentare anfühlen, wenn sie nicht anonym im virtuellen Raum geschrieben, sondern dem Gegenüber direkt ins Gesicht gesagt werden.

Die Qualität der sozialen Interaktion ist im digitalen Raum eine andere, doch wie steht es mit der Qualität von Nachrichten? Diese Frage können sich die Besucher/innen im Bereich Wahrheit und Fälschung stellen und mithilfe eines Greenscreens herausfinden, wie einfach es ist Fake News zu produzieren und welche Gefahr dadurch für den seriösen Journalismus entsteht.
Um die digitale Nachrichtenvielfalt zu filtern, werden Algorithmen angewendet, die Meldungen und Inhalte nach unseren Interessen sortieren und somit eine vermeintlich Kluge Auswahl treffen. Veranschaulicht wird dies in der Ausstellung anhand der Guugel-Maschine, einer analogen Kugelbahn, welche die Funktion einer Suchmaschine verbildlicht. Durch die Kanalisierung von Nachrichten kann eine Filterblase entstehen, die uns die immer gleichen Inhalte vorspielt und somit unseren Blick für andere Meinungen trübt. Aufgegriffen wird das Bild der Filterblase anhand einer weiteren nichtdigitalen Station: ein RGB-Bild wird erst durch die Benutzung dreier verschiedenfarbiger Lupen zu eindeutigen Bildern mit Inhalten.
Dass Daten als Ware gehandelt werden, wird im vorletzten Ausstellungsabschnitt deutlich. Wie viele Daten offenbaren wir eigentlich (un-)freiwillig, was passiert damit und wer profitiert davon? Die Installation Daten|Spuren der Künstler Wenger/Retzlaff verdeutlicht die unsichtbaren Wege, die wir durch die WLAN-Verbindungen unserer Smartphones hinterlassen.
Im letzten Ausstellungsabschnitt entlässt die Installation You:R:Code von Bernd Lintermann die Besucher/innen mit Gedanken zu unserer virtuellen Identität aus der Ausstellung und behandelt somit ein Neues Weltbild, das durch die Digitalisierung entstanden ist.

Der Medienkompetenz-Parcours

Neben Medieninstallationen, Objekten und Hands-Ons haben wir uns für eine weitere, spielerische Form der Vermittlung entschieden und tauchten in die kreative Welt des Game-Designs ein: Fünf digitale, interaktive Stationen sollen die Besucher/innen auf ihrem Weg durch die Ausstellung dazu animieren ihre eigene Medien- und Datennutzung zu hinterfragen, Fake News zu erkennen und ihre Datenpreisgabe zu überdenken – sprich: ihre Medienkompetenz zu schulen. Die digitale Transformation ist ein rascher Prozess und unseren Umgang damit gilt es zu hinterfragen. Auch wenn Medienkompetenz bereits Teil des schulischen Curriculums ist, gehen wir teilweise noch immer unbedacht mit unseren smarten Endgeräten um. Das mag auch daran liegen, dass vieles in der digitalen Welt zu abstrakt, nicht sichtbar und nicht greifbar ist. Um auf diese Risiken hinzuweisen und vor allem das jüngere Publikum zur Reflexion über das eigene Medienverhalten anzuregen, galt es den Zielgruppen Möglichkeiten zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der Thematik zu bieten.

Beispielhaft für unseren „Medienkompetenz-Parcours“ wird hier nun das Spiel Welches Medientier bin ich? vorgestellt. Dabei werden die Besucher/innen dazu befragt, welche Medien (Print, Social Media, TV, etc.) sie überwiegend nutzen.
Aus den drei meist gewählten Kategorien setzt sich am Ende das persönliche „Medientier“ zusammen:

 

Sarah-Louise Rehahn, wissenschaftliche Referentin, Bereich Ausstellungen, DASA Arbeitswelt, Dortmund

Datum

Erstellt am 1. Dezember 2020

Anhänge

Für diesen Beitrag wurden keine Anhänge hinterlegt.

Credits und weitere Informationen