Erstellt am 2. Juli 2018

Monitoring im Museum

Eine wichtige, nicht zu unterschätzende Maßnahme der Präventiven Konservierung ist das Monitoring der Sammlung. Monitoring bedeutet Überwachung, Aufsicht und Überprüfung. Das Monitoring kann unterschiedliche Teilaspekte beinhalten.

Den meisten fällt vermutlich zuerst die Überwachung der klimatischen Faktoren wie Relative Luftfeuchtigkeit und Temperatur – die Klimakontrolle ein. Dabei gibt es noch andere wichtige Bereiche, die berücksichtigt werden sollten. Es können das Auftreten von Schädlingen (Integrated Pest Management, kurz IPM) und Schimmel observiert werden. Die Luftqualität und Staubentwicklung kann beobachtet werden, der Lichteinfall durch Fenster oder auch ganz detailliert strukturelle Veränderungen an Objekten.

Wichtig und ausschlaggebend dabei ist vor allem die Regelmäßigkeit dieser Maßnahmen.

Die Zyklen des Monitorings können individuell festgelegt werden. Sie sind abhängig von dem jeweiligen Bereich und von den betroffenen Objekten. Es empfehlen sich realistische Einschätzungen zur Machbarkeit. So kann ein ganzes Stockwerk beispielsweise in seine Räume unterteilt werden und im Depot können Regaleinheiten gewählt werden. Für das Abstauben der Objekte, oder die Reinigung von Depotflächen können monatliche Zyklen infrage kommen. Zustandskontrollen könnten halbjährlich ausgeführt werden. Für die Klimakontrolle kann sich bei elektronischen Geräten ein tägliches Ablesen empfehlen oder ein wöchentliches bei analogen Geräten wie Thermohygrografen.
Durch die Regelmäßigkeit wird auch gewährleistet, dass akute Problemsituationen zumindest zeitnah erkannt werden. Und dass bei beobachteten Problemen Maßnahmen und Lösungen folgen.

Die Kombination aus Regelmäßigkeit und der Kontrolle der Objekte führt zu einem Kennenlernen der Sammlung und deren spezifischen Problempunkten. Dabei sollte insbesondere Wert darauf gelegt werden, dass sich die Maßnahmen nicht nur auf Ausstellungsflächen und ausgestellte Objekte beziehen, sondern gerade auch Depotflächen und deponierte Objekte in diese Zyklen mit eingebunden werden. Neben der Objektkontrolle sollte im Depot auch eine regelmäßige Reinigung der Flächen stattfinden. In Teilarbeitsschritten kann dabei zusätzlich eine geeignete Lagerung der Objekte erarbeitet werden, sollte diese noch nicht vorhanden sein.

Das Kennen der eigenen Sammlung ist eine Grundvoraussetzung für deren langfristigen Erhalt. Teil davon ist auch, eine für Unbeteiligte ersichtliche Trennung zwischen Objekt sprich Kulturgut und Dingen, die nicht zum Ausstellungsbetrieb gehören zu etablieren. Insbesondere, wenn diese Klassifizierung durch das Objekt selbst nicht gegeben ist.

Ausgeführt werden sollten die Monitoringmaßnahmen von einem festgelegten Personenstamm. Diese sollten wenn möglich einen festen Bezug zu der Sammlung haben und längerfristig vor Ort sein. Gerade für Arbeiten im Depot empfiehlt es sich, dass mindestens zwei Personen die Arbeiten ausführen.

Des Weiteren sollte ein nachvollziehbares Ablagesystem für schriftliche Protokolle etabliert werden. Von dort aus können die Daten ausgewertet und über einen längeren Zeitraum beurteilt werden.

Nach einer vermutlich etwas aufwendigen Installierung der notwendigen Parameter wird sich schnell der Vorteil der Routine einstellen und damit sicherlich auch der sichtbare Erfolg dieser Maßnahmen.
Durch eine aktiv betriebene Präventive Konservierung kann schwerwiegenden Schäden kostensparend vorgebeugt werden.

Meike Jockusch, Diplomrestauratorin


Fotos: Meike Jokusch