Erstellt am 25. Oktober 2016

Automatische Spendendatenübermittlung ab 2017

Für Spenden, die ab dem Jahr 2017 geleistet werden, ist für die Berücksichtigung als Sonderausgabe in der Arbeitnehmerveranlagung ein automatischer Datenaustausch vorgesehen: Die empfangende Organisation übermittelt den Gesamtbetrag der in einem Jahr geleisteten Spenden auf elektronischem Weg in datenschutzkonformer Weise an das Finanzamt, das diesen Betrag dann automatisch im Bescheid berücksichtigt. Die Spenden müssen daher nicht mehr in die Steuererklärung aufgenommen werden.

Von diesem Datenaustausch sind auch Spenden an Museen betroffen; gleiches gilt für Kirchenbeiträge und Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung in der Pensionsversicherung.

Um den Datenaustausch durchführen zu können, ist es erforderlich, dass der Spender (zumindest) folgende Identifikationsdaten bekannt gibt:

# Vorname und Nachname (in getrennten Feldern)
# Geburtsdatum

Der Datenaustausch ist verpflichtend vorgesehen. In der (Arbeitnehmer)Veranlagung werden als Sonderausgaben nur mehr Spenden berücksichtigt, die im Wege dieses Datenaustausches der Finanzverwaltung bekannt gegeben wurden. Spenden, die davon nicht erfasst sind, können nicht mehr beim Finanzamt als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Der Spender muss daher seine Identifikationsdaten bekannt geben, damit die Spende als Sonderausgabe berücksichtigt wird.

Aus den Personendaten (Vor- und Nachname, Geburtsdatum) wird ein verschlüsseltes Personenkennzeichen (vbPK SA = verschlüsseltes bereichsspezifisches Personenkennzeichen Steuern und Abgaben mit 127 Zeichen) über das Stammzahlenregister ermittelt. Es ermöglicht ausschließlich der Finanzverwaltung einen Rückschluss auf die Person des Spenders. Ein Datenmissbrauch ist durch diese Verschlüsselung ausgeschlossen. Das vbPK SA bleibt der jeweiligen Person zugeordnet. Seine Ermittlung erfolgt direkt über eine technische Schnittstelle zum Stammzahlenregister über FinanzOnline.

Damit das verschlüsselte Personenkennzeichen problemlos ermittelt werden kann, ist es wichtig, dass die Identifikationsdaten korrekt bekannt gegeben werden, insbesondere, dass die Schreibweise des Namens mit jener im Meldezettel übereinstimmt. Es wird empfohlen, jedenfalls auch die Adresse des Spenders aufzunehmen.

Anonyme Spenden können nicht berücksichtigt werden. Absetzbare Spenden sind an keine Untergrenze gebunden. Maximal können sie in Höhe von 10 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte berücksichtigt werden.

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass der Spender die Spende auch steuerlich geltend machen möchte. Dazu bedarf es aber der Bekanntgabe der Identifikationsdaten. Darauf ist der Spender jedenfalls bei der Spendenübernahmebestätigung hinzuweisen.

Die Datenermittlung erfolgt über FinanzOnline, diese sind auch für den Steuerpflichtigen dort einsehbar. Der Steuerpflichtige kann die für ihn durchgeführten Übermittlungen in seinem Steuerakt in FinanzOnline einsehen. Auf dem Steuerbescheid werden die berücksichtigen Übermittlungen ebenfalls bekannt gegeben.

Die Übermittlung erfolgt jeweils bis zum Februar des Folgejahrs, erstmalig für das Steuerjahr 2017 bis Februar 2018.
Die Daten müssen nicht auf einmal übermittelt werden, sondern können auch (für verschiedene Spender) in mehreren Tranchen übermittelt werden. Die Übermittlung muss aber pro Spender alle Jahresspenden in einem Gesamtbetrag umfassen.
Fehlerhafte Informationen können durch Neuübermittlung korrigiert werden.
Dazu empfiehlt es sich, den Spenden bzw. den Spendern fortlaufende Nummern zu vergeben, da bei fehlerhaften Meldungen eine Neumeldung zugeordnet werden muss (Referenznummer).

Die Übermittlung kann auf FinanzOnline erfolgen über
# XML-Struktur als Webservice
# File Upload
# manuelle Eingabe

Bei Sachspenden ist steuerlich der „gemeine Wert“ (= Verkehrswert) als Geldbetrag absetzbar.
Ab 2017 muss das Museum den Spendenbetrag an das Finanzamt übermitteln, so der Spender diese geltend gemacht haben möchte. Das bedeutet, dass auch das Museum die Höhe des Geldwertes einer Sachspende ermitteln muss, da das Museum einen Geldbetrag in der Übermittlung angeben muss.
Aus der Arbeitspraxis kennen wir die Wertermittlung für Leihgaben und -nahmen. 

Ausführliche FAQ finden Sie >>> hier und auf der Webseite des Fundraising Verbands Austria.

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Für diesen Beitrag wurden ergänzende Dateien hinterlegt:

BGBLA Sonderausgaben-Datenübermittlungsverordnung – Sonderausgaben-DÜV