Erstellt am 11. November 2015

Essl Museum: Barrierefrei von Anfang an

Für Besucher/innen stets zugänglich befindet sich die Sammlung Essl seit 1999 in einem eigens für die Kunstwerke und -installationen errichteten Museum in Klosterneuburg. Den Kern des Essl Museums bildet österreichische Kunst ab 1945, im Laufe der 40-jährigen Sammlungsgeschichte wurde aber auch um internationale Schwerpunkte erweitert.

Schon im ersten Jahr des Bestehens haben die Mitarbeiter des Museums – auf dezidierten Wunsch des Sammlerehepaars – darauf geachtet, möglichst ein barrierefreies Museum zu gestalten. Dafür wurde mit einigen Verbänden Kontakt aufgenommen, unter anderem mit dem Österreichischen Gehörlosenbund, dem Österreichischen Hilfswerk für Taubblinde und hochgradig Seh- und Hörbehinderte sowie weiteren Organisationen. Dabei wurde das Haus auf barrierefreie Schwachstellen getestet, so wurde etwa eine hinderliche Glastür vom Café zum oberen Ausstellungsraum entfernt.

Ebenfalls seit der Gründung des Museums im Jahr 2000 werden Führungen in Gebärdensprache angeboten. Das Interesse für Führungen in Gebärdensprache hat leider abgenommen, dennoch wurde vor einigen Jahren eine Gebärdendolmetscherin gebeten, für die Webseite des Essl Museums Videos in Gebärdensprache zu erstellen, um so gehörbeeinträchtigte und gehörlose Besucher/innen vorab über die wesentlichen Inhalte im Haus zu informieren.

Gleichermaßen wurde das Team des Museums durch eine Mitarbeiterin im Rollstuhl auf den Umgang mit gehbeeinträchtigten Besucherinnen und Besuchern sensibilisiert.  Der Winkel der Anfahrtsrampe zu den Ausstellungsräumen ist zwar recht steil, aber bewältigbar. Außerdem stellt das Museum einen Leihrollstuhl zur Verfügung, der oft und gerne ausgeliehen wird.

Der Familie Essl wie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es ein großes Anliegen, das Vermittlungsangebot laufend zu erweitern und zu verbessern. Seit Kurzem liegen auch alle Ausstellungstexte in Großschrift für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen bei der Kassa auf. Auch weiterhin sieht man es als gegebenen Auftrag an Verbesserungen durchzuführen.

Tamara Huf, Studierende an der FH Joanneum “Ausstellungsdesign”


Fotos: Essl Museum

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