Erstellt am 27. September 2015

Ein Rundgang durch das DomQuartier Salzburg für jeden

Seit Mai 2014 ist erstmals nach 200 Jahren ein kulturelles Highlight im Herzen der Stadt Salzburg – das DomQuartier, der Öffentlichkeit vollständig zugänglich.

Das ehemalige Zentrum fürsterzbischöflicher Macht, der Komplex aus Residenz und Dom, ergänzt um das Benediktinerkloster St. Peter, ist für die Gäste als Rundgang erlebbar. Die Besucher/innen betreten eine beeindruckende Welt aus luxuriösen Prunkräumen der Residenz, wertvollen Gemälden der Residenzgalerie, prachtvollen Exponaten des Dommuseums und vielem mehr – eingebettet in die einmalige Architektur des Gebäudekomplexes.

Schon auf der Webseite wird auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des Publikums des DomQuartiers eingegangen. Eine Anpassung der Schriftgröße an die Sehleistung, die starken Kontraste und die klare Schrift sowie die gut strukturierten Texte für Vorlese-Programme kommen den Ansprüchen der Nutzer/innen entgegen.

Im Zuge des Umbaus und der Eröffnung des großen Gebäudekomplexes wurden barrierefreie Zugänge zu allen Räumlichkeiten des Rundgangs mit Berücksichtigung der Denkmalpflege geschaffen. Ziel war es, die einmalige Kunst und Kultur des DomQuartiers allen Menschen gleichermaßen zugänglich zu machen. Älteren Menschen sowie Besucherinnen und Besuchern mit Gehbeeinträchtigung stehen im Bereich der Residenzgalerie und des Dommuseums deswegen auch Rollstuhl und Klapphocker zum Verleih zur Verfügung. Letztere sind durch ihr leichtes Gewicht gut in der Handhabung und werden von den Besucherinnen und Besuchern auch gerne als Gehstock verwendet. Zudem können Familien für ihren Besuch einen Buggy ausleihen. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten erfolgt der Besuch des DomQuartiers im Rollstuhl auf zwei Etappen, bei welchem das Kassa- und Aufsichtspersonal stets ihre Hilfe anbietet, damit der Rundgang vollständig erleben kann.

Auch das Vermittlungsprogramm wird allen Zielgruppen gerecht. So werden nicht selten Führungen in „leichter Sprache“ gebucht, die speziell Gruppen mit Migrationshintergrund oder Integrationsklassen ansprechen.

Seit Sommer 2015 gibt es auch ein erweitertes Führungsangebot: Spezialführungen für Blinde und sehbeeinträchtigte Menschen, bei denen die reichhaltigen Inhalte mit sinnlichen Erfahrungen kombiniert werden und so ein spannendes Erlebnis ermöglicht. Mit diesem Programm, zu dem alle Interessierten herzlich willkommen sind, begeben sich die Besucher/iinnen auf die Spuren barocker Künste im DomQuartier. Durch sinnliche Empfindungen wie Ertasten, Belauschen und Riechen wird die imaginäre Raumvorstellung unterstützt. Techniken wie Fresko, Stuck und Ölmalerei werden anhand der dafür notwendigen Materialien, Werkzeuge und Entwürfe, die den Teilnehmern haptisch zur Verfügung stehen, ausführlich besprochen. Die Kunst sowie das barocke Lebensgefühl können auf diese Weise zum Greifen nah vermittelt werden. Nicht zuletzt lädt die frühbarocke Fassade des Salzburger Doms im Format eines maßstabgetreuen Reliefmodells aus Holz zum Berühren ein. Die Gruppengröße wird hierbei mit acht bis zehn Personen sehr klein gehalten.

Ebenso wie diese Führungen werden auch Führungen für gehörlose und gehörbeeinträchtigte Personen nach Bedarf angeboten. Dabei gibt es nicht nur Überblicksführungen, sondern auch Vermittlungsprogramme zu Sonderausstellungen. Seit Sommer 2015 gibt es zusätzlich zwei iPads in Gebärdensprache, welche an der Kassa ausgeliehen werden können.

Somit ermöglicht das DomQuartier Salzburg allen Menschen – mit Beeinträchtigungen oder ohne – den Zugang zu seiner einzigartigen Architektur und Sammlungen und engagiert sich ebenso, die Räume und Inhalte mit allen Sinnen erfahrbar zu machen.

Tamara Huf, Studierende an der FH Joanneum “Ausstellungsdesign”


Fotos: DomQuartier

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