Erstellt am 27. September 2015

Das Österreichische Jüdische Museum in Gebärdensprache entdecken

In der ehemaligen Judengasse von Eisenstadt befindet sich das Österreichische Jüdische Museum. Es ist somit an einem Ort gelegen, an dem mehr als 250 Jahre lang eine namhafte jüdische Gemeinde angesiedelt war. Bei einem Besuch kann das interessierte Publikum nicht nur die ehemalige private Synagoge und die Sammlungen des Museums besichtigen, sondern auch einen Eindruck der alten „Judenhäuseln“ sowie der beiden jüdischen Friedhöfe gewinnen.

Erfolgreich bemüht sich das Team des Museums bereits seit 2005 barrierefreie Programme anzubieten. Kerngedanke ist, das Österreichische Jüdische Museum für möglichst viele Interessierte bestmöglich zugänglich zu machen und entsprechend bedürfnisgerecht aufzubereiten.

Führungen in Gebärdensprache sind seitdem ein Bestandteil der Vermittlung für die Besucher/innen. Die Themen der Führung sind üblicherweise die Geschichte des österreichischen, vor allem des burgenländischen Judentums sowie religionskundliche Fakten (etwa jüdische Feiertage oder Grundlegendes zur Synagoge).
Je nach Wunsch der Teilnehmer/innen sind aber auch spezielle inhaltliche Schwerpunktsetzungen vorab möglich. Dass keiner der Guides der Gebärdensprache mächtig ist, stellt kein Hindernis für eine barrierefreie Vermittlung dar. Die Barrieren befinden sich hierbei meist in den Köpfen der Menschen, denn die Führungen für Gehörlose werden einfach und problemlos durch eine/n Übersetzer/in begleitet. Die Anzahl der durchgeführten Touren ist überschaubar, zu Recht betont das Team des Museums jedoch, dass Quantität bei solchen speziellen Angeboten nicht der entscheidende Maßstab sein kann.

Zur Vor- und Nachbereitung des Museumsbesuchs sowie auch als Alternative für jene, denen ein physischer Museumsbesuch nicht möglich ist, stellt das Österreichische Jüdische Museum auf ihrer Webseite außerdem Videos in Gebärdensprache zur Verfügung. Zudem kann online mit einem Klick der gesamte Internetauftritt des Museums in „Leichte Sprache“ umgestellt werden, was den Zugang zusätzlich erleichtert.

Eisenstadt erwartet somit die jüdisch interessierten Besucher/innen im „Haus, wo die Synagog‘ ist“ mühelos auch in Gebärdensprache mit besonderen Sinneseindrücken.

Tamara Huf, Studierende an der FH Joanneum “Ausstellungsdesign”


Fotos: ÖJM

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