Erstellt am 27. September 2015

Das Jüdische Museum Wien ist ein Ort der Begegnung für Alle

Das Jüdische Museum Wien ist ein Ort der Begegnung, Auseinandersetzung und Verständigung, an dem Bewusstsein für jüdische Geschichte, Religion und Kultur geschaffen wird. Bereits 1893 wurde das erste Objekt für die Sammlung gestiftet und heute bietet das Museum an zwei Standorten vielfältige und interessante Ausstellungen.

Die Dauerausstellung am Standort Judenplatz versetzt mittels eines virtuellen Rundgangs in das Wien des 14. Jahrhunderts: von der Entwicklung der ersten jüdischen Gemeinde über eine Rekonstruktion des jüdischen Wien bis zum Alltagsleben der Juden im Mittelalter. „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“, dieser Teil der permanenten Ausstellung des Jüdischen Museums Wien in der Dorotheergasse eröffnete 25 Jahre nach seiner (Wieder-)Gründung und vermittelt ein Bild der jüdischen Geschichte seit dem Jahr 1945 und führt bis in die Wiener jüdische Gegenwart.

Schon das Motto des Jüdischen Museums Wien als Ort der Begegnung kündigt an, dass die Ausstellungen alle Besucher/innen willkommen heißen und dementsprechend den Zugang für alle ermöglichen. Dies beginnt beim barrierefreien Eingang zu den Räumlichkeiten und endet nicht schon beim behindertengerechten Personenaufzug. Sondern: Was immer der Besucher hat oder nicht hat, kann oder nicht zu tun vermag, wird als völlig normaler Sachverhalt betrachtet und wird im Rahmen der Inklusion unterstützt. So wird bereits bei der Anmeldung der Einzelpersonen oder Gruppen die Aufmerksamkeit des Museumsteams auf die Gegebenheiten gelegt und das Team kann dabei vermittlerisch darauf eingehen.
In der persönlichen Interaktion wird bereits vor dem Betreten der Sammlung im Jüdischen Museum Wien eine mögliche Barriere so gut es geht verringert. Sitzgelegenheiten, angepasstes Tempo beim Rundgang, angemessener Sprachduktus und Objekte zum Anfassen sind selbstverständlich.

Das Vermittlungsangebot im Jüdischen Museum Wien richtet sich an alle Besucher/innengruppen, sie können blind, sehbeeinträchtigt, gehörlos oder Rollstuhlfahrer/innen sein. Beispielsweise werden manche Schulklassen als sogenannte Integrationsklassen geführt, in denen behinderte und nicht behinderte Schüler/innen gemeinsam unterrichtet werden. Wenn diese Klassen das Jüdische Museum besuchen, wird deutlich: Man ist nur behindert, wenn man gehindert wird.

Als wichtigsten Ansatz sieht das Jüdische Museum Wien die Bereitschaft innerhalb der Institution des Museums auf Barrierefreiheiten für jede/n einzelne/n Besucher/in zu achten und somit einen gelungenen und angenehmen Aufenthalt zu bieten.

Tamara Huf, Studierende an der FH Joanneum “Ausstellungsdesign”


Fotos: Jüdisches Museum Wien

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