Erstellt am 17. März 2015

Design für Alle

Barrierefreiheit für alle Sinne

Kultureinrichtungen sind Orte, die Unterhaltung mit inhaltlichem Mehrwert bieten. Keine Orte der Massenkultur, aber solche mit Anspruch auf Edutainment.
Das Gesetz verlangt, dass die körperliche Zugänglichkeit gewährleistet sein muss. Tatsächliche Barrierefreiheit bedeutet aber mehr, als nur rollstuhlgerechte Standards zu erfüllen. Ausstellungen müssen mehr als nur begeh- und befahrbar sein. Sie müssen mit allen Sinnen erleb- und erfassbar werden, um ein breites Publikum zu begeistern und zu binden. Gute barrierefreie Konzepte ermöglichen es, alle Interessierte zu erreichen und nicht nur den fiktiven Standardmenschen.
„Universal Design / Design für Alle“ macht den Kundenkreis groß. Barrierefreiheit bietet somit auch einen ökonomischen Vorteil.

Jeder Mensch ist besonders

„Universal Design / Design für Alle“ macht bewusst, dass es kaum Menschen ohne besondere Bedürfnisse gibt. Fast niemand ist mit ultimativer Sehkraft, absolutem Gehör, austrainierter Beweglichkeit und überdurchschnittlicher Lernfähigkeit ausgestattet. Von empfindlichem Tast- und Geruchssinn ganz zu schweigen. Diese Fähigkeiten sowie Bildung, Geschlecht, Alter und vieles mehr machen jeden zu einem Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Dazu kommen noch die externen Einschränkungen, die vom Tragen einer Tasche über die persönliche Tagesverfassung bis zum Beaufsichtigen von Kindern reichen, die jeden täglich zu einem Menschen mit wechselnden besonderen Bedürfnissen werden lassen.

Nichts ist unmöglich

Mehr als die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, ist wichtig und machbar. Mit einem von Spezialisten auf die Situation zugeschnittenem Konzept werden Publikums- und Medienecho positiv sein. Bei rechtzeitiger Planung bleiben die Kosten unter 10 % des Gesamtbudgets. Finanzielle Gründe können somit nicht gegen „Universal Design / Design für Alle“ in die Waagschale geworfen werden, da auch die Kosten-Nutzen-Rechnung aufgeht.
Gehörlose und sehbeeinträchtigte Menschen profitieren von Leitsystemen, wie sie z. B. für das Museum Innviertler Volkskundehaus oder WunderWeltWald entwickelt wurden. Zugleich eröffnen Projekte, die sehende und blinde Menschen gleichermaßen informieren, wie der taktile Führer der Stadtpfarrkirche Eferding und aktuell der Katalog „Gemeinsam anders sehen“ für das Kunsthistorische Museum Wien jedem Interessiertem neue Zugänge.
Sogar Outdoor lassen sich alle Neugierigen ansprechen, wie der zusätzlich textlich barrierefreie Kulturwanderweg „Aschach – Markt am Strom“ zeigt.

Fazit
Design für Alle ist immer ein Gewinn.


Doris Prenn, prenn_punkt. buero fuer kommunikation & Gestaltung


Fotos (v. l. n. r.): Hörtastbuch „Gemeinsam anders sehen!“ (Kunsthistorisches Museum Wien); Leitsystem im Museum Innviertler Volkskundehaus (Doris Prenn); Tasten, Hören, Lesen: Kulturwanderweg „Aschach – Markt am Strom“ (Doris Prenn)