Eine Studie zum Public Value von Museen in Österreich

Public value of cultural heritages – towards a better understanding of citizen’s valuation of Austrian museums

Im Jahr 2017 wurde im Rahmen einer Forschungsarbeit eine Studie zum Mehrwert (Public Value) österreichischer Museen durchgeführt. Es ging dabei nicht um statistische Fakten wie Besucherzahlen oder Einnahmen, sondern um den von den Bürgern wahrgenommenen Mehrwert, der von Museen generiert wird. Hierbei kann differenziert werden in einen individuellen (für die Person selbst), einen gesellschaftlichen (für die Allgemeinheit) und einen ökonomischen Mehrwert.

In der Literatur wird berechtigterweise diskutiert, dass es schwierig ist, den Gesamtwert von Kultur zu messen, da es sich um eine subjektive Erfahrung von Individuen handelt. Es besteht ein deutlicher Bedarf an der Weiterentwicklung von derzeitigen Messgrößen, die den wahrgenommenen Wert von Museen erfassen.

Im Zuge der Studie, wurden Bürger/innen über einen Online-Fragebogen direkt zu ihrer Wertschätzung befragt. Es wurde eine Item-basierte Skala zur Analyse des wahrgenommenen öffentlichen Wertes von Museen in Österreich entwickelt und getestet. Hierbei konnte die Studie die Existenz und Wahrnehmung verschiedener Werte durch die Befragten für Österreich bestätigen. Die Befragten schätzen durch Museen generierte Werte wie Bildung, Wissensschaffung, Kreativität und soziale Entwicklung.

Weitere wesentliche Werte der Museen in Österreich, die von den Befragten wahrgenommen und geschätzt werden, sind die Schaffung von neuem Wissen und Bewusstsein, die Entwicklung der Gesellschaft, die Etablierung von kulturellem Kapital in der Gesellschaft, die individuelle soziale Entwicklung aber auch wirtschaftliche Beiträge. Insgesamt wurden die individuellen und gesellschaftlichen Werte, die generiert werden als wichtiger erachtet als wirtschaftliche Mehrwerte. Insgesamt gab es jedoch hohe Zusammenhänge zwischen den einzelnen abgefragten Werten. Die praktische Relevanz der Studie besteht darin, dass Public Value von Museen als ein Set von zusammenhängenden und nicht als separate Werte gesehen (und optimiert) werden sollte.

Birgit Grüb, birgit.grueb@jku.at, Johannes Kepler Universität Linz, und Sebastian Martin, Fachhochschule Oberösterreich, Wels

 

Datum

Erstellt am 13. Dezember 2020

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Credits und weitere Informationen

Die ganze Studie können Sie hier nachlesen: Public value of cultural heritages – towards a better understanding of citizen’s valuation of Austrian museums, 2020.


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