Erstellt am 29. Januar 2019

Nativ digitale Objekte (Digital Born) / digitalisierte Objekte

Ein Digitalisat ist ein computerlesbarer Datensatz, der entweder durch Digitalisierung entstanden ist oder direkt digital erzeugt wurde.

Born-Digital-Ressourcen sind Objekte, die in digitaler Form erstellt und verwaltet werden. Dies steht im Gegensatz zu Digitalisaten, welche durch digitale Umformatierung digital werden. Dazu zählen beispielsweise digitale Fotos, Dokumente, Webinhalte auf Internetarchiven, Aufzeichnungen, Statistiken, Kunst, Publikationen, E-Books, Tonaufnahmen.

Digitalkameras machen digitale Fotos zu einer der am schnellsten wachsenden Formen von digitalen Inhalten. Über digitale Fotografien ist viel bekannt, und es gibt jahrelange Erfahrung bei der Betreuung solcher Sammlungen.
Sehr viele Dokumente werden derzeit in digitaler Form erstellt.

Ob Dokumente auf Papier oder in digitaler Form bewahrt werden, ist eine grundlegende, aber wichtige Entscheidung. Für diejenigen, die in digitaler Form gepflegt werden, sollten Standardformate wie das Portable Document Format (PDF) verwendet werden, um die Formatierung beizubehalten und gleichzeitig die Dokumente von der Software zu trennen, die sie erstellt hat.

In die Kategorie „Elektronische Aufzeichnungen“ fallen Regierungsdokumente und Unternehmensarchive sowie institutionelle und organisatorische Archive. Diese Art der Sammlung kann hauptsächlich aus Dokumenten in Textverarbeitungsformaten bestehen oder eine Reihe von E-Mails, Datenbanken, Tabellenkalkulationen, Präsentationen und anderen Dateitypen beinhalten, von denen einige nur mit passender Software gelesen werden können.

Statistische Datensätze entstehen im Rahmen der Forschung und können die Grundlage für die zukünftige Forschung sein, werden aber oft ohne Rücksicht auf die Erhaltung oder den zukünftigen Zugriff erstellt. Einige Datensätze benötigen spezielle Software und Dokumentation, um sie nutzbar zu machen.

Digitale Kunst kann so einfach sein wie digitale Fotografie oder sie kann viel komplexer sein, da sie aus Mischtechniken bestehen kann, ebenso eine dynamisch oder die Wiederherstellung einer ganzen Installation erfordern könnte, um sie effektiv darzustellen. Komplexere Formen der digitalen Kunst erfordern vermutlich individuelle Lösungen.

Zu Publikationen zählen Materialien wie Musik-CDs, Filme auf DVD und Videospiele, die in digitaler Form veröffentlicht werden. Sie befinden sich auf ziemlich stabilen Medien, und wenn diese Medien ersetzt werden, werden die Inhalte oft in neuen Formaten wiederveröffentlicht.

Es gibt viele Probleme die bei digitalem Material, insbesondere in Bezug auf Format und Menge, auftreten können. Digital Born-Objekte existieren oft nur in dieser sehr instabilen Umgebungen. Die Übernahme von Verantwortung für digital entstandene Materialien stellen auch einige Herausforderungen und Risiken für Archive und Datenbanken dar.
Die Dateien können sich im Laufe der Zeit verschlechtern, die Inhalte befinden sich auf nicht mehr verwendeten Medien, die Hardware, Software oder Betriebssysteme veralten, Rechte und Lizensierungen sind oft nicht ausreichend geklärt.
Weiters ergeben sich Fragen, ob der digitale Zugang den gleichen Einschränkungen wie dem analogen Zugang unterliegen soll, wer, wo und wie auf die digitalen Inhalte zugegriffen werden kann oder in welcher Form sie der Öffentlichkeit präsentiert werden können.

Christiane Gastl, Studierende an der FH Joanneum „Ausstellungsdesign” und Digitalisierungsspezialistin


Quellen

Alfredo M. Ronchi, eCulture – Cultural Content in the Digital Age, 2009
Deutscher Museumsbund, Leitfaden für die Dokumentation vom Museumsobjekten, 2011


Foto: pxphere

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