Erstellt am 29. Januar 2019

Langzeitarchivierung

Die Archivierung von Daten unterliegt stetigem technischen Wandel.
Digitale Langzeitarchivierung ist somit zu einer dringlichen Aufgabe für alle Kulturinstitutionen geworden. Ein digitales Langzeitarchiv hat zum Ziel, digitale Unterlagen aus staatlicher und privater Überlieferung über eine lange Zeit zu erhalten, ihre Authentizität zu garantieren und den Zugang zu ihnen zu ermöglichen. Als lange Zeit gilt eine unbeschränkte Frist, mindestens aber eine Zeitspanne, welche mehrere Generationen an Hard- und Software überdauert.

Die Speicherung von digitalen Objekten ist eine Herausforderung, da digitale Daten bedingt durch die Kurzlebigkeit vieler Datenträger, Formate, Software und Ablageorte im digitalen Raum schnell unzugänglich und unbenutzbar werden. Die digitale Bewahrung umfasst die vielen Aktivitäten, die erforderlich sind, um einen kontinuierlichen Zugang zu digitalen Inhalten zu ermöglichen.
Für eine auf das digitale Objekt bezogene geeignete Archivierungsstrategie müssen Daten mit dafür geeigneten Tools zur Langzeitarchivierung bearbeitet werden. Die Wahl eines spezifischen Tools für die Beschreibung, Speicherung und Format-Migrationen sowie die Einstellung spezifischer Parameter sind sehr komplexe Entscheidungen. Born-Digital-Materialien stellen bei diesen Aufgaben gewisse Schwierigkeiten dar. Wie bei anderen digitalen Objekten muss die Konservierung ein kontinuierliches und regelmäßiges Unterfangen sein, da diese Materialien nicht die gleichen Vorwarnzeichen des Verfalls aufweisen wie andere physische Materialien. Die Planung von Langzeitarchivierung enthält gut definierte Vorgehensweisen zur Erhaltung einer bestimmten Gruppe von Objekten. Eine sorgsame Dokumentation ist notwendig um sicherzustellen, dass das Endergebnis zur Planung von Erhaltungsmaßnahmen den Anforderungen der jeweiligen Einrichtung sowie den NutzerInnen der Objekte entspricht.

Wichtige Aspekte der Langzeitarchivierung stellen die Substanzerhaltung, die Bewahrung der eigentlichen Dateninhalte, die Haltbarkeit der Datenträger sowie Dateiformate und die Authentizität und Integrität der Daten dar. Dies kann nur gelingen, wenn diese nicht untrennbar mit einem Datenträger oder Auslesegerät verbunden sind, da sie nur so auf andere Systeme und Träger migriert werden können. Die Erhaltung der Benutzbarkeit eine sehr komplexe Aufgabenstellung, da jedem Datensatz eine andere technische Nutzungsumgebung (verwendete Hardware und Software, Betriebssysteme) zugrunde liegt. Diese veralten schnell und sind oft nur wenige Jahre verfügbar. Als Beispiel wird für Dokumente, Bücher, Publikationen u. ä. als archivtaugliches Format standardisiert in ISO-19005-1 das PDF/A-Format verwendet. Von diesem Standard gibt es zwei Konformitätsgrade PDF/A-1a (accessible) und PDF/A1b (basic).
Der weniger strenge Standard PDF/A-1b garantiert die visuelle Reproduzierbarkeit der Inhalte. Die Metadaten der Objekte müssen ebenfalls auf Dauer archiviert werden. Elektronische Unterlagen sind leicht zu manipulieren. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um eine wahrheitsgetreue und vollständige Überlieferung sicherzustellen um sich auf die Richtigkeit der Daten verlassen können.

Christiane Gastl, Studierende an der FH Joanneum „Ausstellungsdesign” und Digitalisierungsspezialistin


Quellen

Heike Neuroth, Achim Oßwald, Regine Scheffel, Stefan Strathmann, Karsten Huth (Hrsg.): Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung, Version 2.3, 2010

Foto: pxphere

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