Erstellt am 28. Januar 2019

Digital Storytelling

Digital Storytelling hat heute eine Vielzahl an Bedeutungen: Es fungiert zunächst einmal als Schnittstelle zwischen Storytelling und digitaler Technologie. Es stellt aber auch eine Strategie des Sammelns und Vermittelns dar und ermöglicht, Geschichten und aktuelle Alltagspraktiken digital zu sammeln, für die Zukunft aufzubewahren und eine gemeinsame Erinnerungskultur zu entwickeln.

Das Erzählen von Geschichten und damit die Weitergabe von Wissen in Form von Geschichten stellt eine alte Kulturtechnik dar, die im Digital Storytelling durch die heute verfügbaren medialen Techniken eine neue Dimension erfährt. Das Ziel jeder Geschichte soll Glaubwürdigkeit sein. Geschichten erzählen bietet die Möglichkeit, Ausstellungsinhalte zu vermitteln und affektive Bedürfnisse des Museumsbesuchs zu befriedigen. Sie soll den Zuhörern, Lesern, Betrachtern das Gefühl geben, dass sie mitten im Erlebnis stecken und emotional teilhaben können.

Digitales Storytelling bietet Museen dahingehend Vorteile, dass es die digitale Kompetenz fördert und somit beispielsweise junge, technikbegeisterte Menschen ins Museum holt. Potenzielle neue Zielgruppen werden über User-Generated Content – also Inhalten, die von den Nutzerinnen und Nutzern kreiiert werden – eingebunden.
Die Öffentlichkeit kann aktiv in die Museumsaufgaben einbezogen werden, das fördert bürgerschaftliches Engagement für das Museum. Ein Digital Storytelling-Projekt kann im Museum in der Vorbereitung zu einer Ausstellung durchgeführt werden, sodass die Geschichten später Teil der Ausstellung werden; Museumsobjekte können aus neuen Perspektiven beschrieben und durch persönliche Geschichten ergänzt werden.Digital Storytelling-Projekt können auch im Rahmen des Begleitprogramms stattfinden.

 

Wesentliche Bestandteile des Digital Storytelling sind:

Nachdem das Thema festgelegt wurde, sollte man sich überlegen, wer die Geschichte erzählt, mit welchen Institutionen man kooperieren kann, ob man über entsprechende Ressourcen und geschultes Personal verfügt und ob die technische Ausrüstung für das Vorhaben geeignet ist.

Bevor man das Projekt startet, kann man in Form eines Workshops mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern testen, wie die Geschichte aussehen könnte. Hier können alle Ideen miteinfließen, Kernaussagen ermittelt sowie Erlebnisräume beschrieben werden. Danach erfolgt der Schreibprozess mit dem Ziel, die Geschichte in 200 bis 300 Wörtern festzuhalten. Darin wird die Situation beschrieben (Status Quo), auf ein Problem hingewiesen, die darauffolgende Aktion geschildert, das Ergebnis erläutert und die Verbindung zum Publikum hergestellt.
Man sollte nicht davon ausgehen, dass das Publikum das, was es will, abschließen wird. Man muss die Verbindung explizit herstellen (Storycircle).

Zur Erstellung der digitalen Story muss man das benötigte Bild- und Filmmaterial in digitaler Form erstellen. Zur Visualisierung hilft die Erstellung eines Storyboards. Informationen zu Umgang mit Bild- und Audiorechten sollten geklärt werden, bevor man mit der Erstellung des Videos beginnt.

Die Präsentation der Geschichten sollte im Internet über eine Online-Plattform wie Youtube oder Vimeo erfolgen, oder direkt auf den Mediaguides oder multimedialen Exponaten.

Christiane Gastl, Studierende an der FH Joanneum „Ausstellungsdesign” und Digitalisierungsspezialistin


Quellen und weiterführende Literatur

Ellen Krähling, Digital Storytelling im Museum
Thomas Pyczak, Tell me! – Wie Sie mit Storytelling überzeugen. Für alle, die in Beruf, Marketing und PR erfolgreich sein wollen
Amelia Wong, The whole story, and then some: ‘digital storytelling’ in evolving museum practice


Fotos: pxphere

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