Erstellt am 28. Januar 2019

Step-by-Step zur Social-Media-Strategie

Zur Erweiterung des digitalen musealen Raums gehört mittlerweile schon lange nicht mehr nur ein Online-Auftritt mittels eigener Website oder der Zugang zur Sammlung online, sondern auch die Nutzung sozialer Medien wie zum Beispiel Facebook, Twitter, YouTube, Flickr, Google+, Blogs, Instagram oder Snapchat.
Der digitale Erlebnisraum bietet sich als partizipatives Medium an, identifiziert neue Besuchergruppen und bietet auf diversen virtuellen Plattformen den Nutzerinnen und Nutzern Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten.

An den Kernaufgaben der Museen – Sammeln, Forschen, Vermitteln, Ausstellen und Bewahren – ändert das Aufkommen von Social Media nichts. Es öffnet aber einen zusätzlichen Raum, der für die Sichtbarkeit der Museumsarbeit in der Öffentlichkeit genutzt werden kann. Die Kommunikation von Museen ändert sich in hoher Geschwindigkeit durch neue Medien und Technologien. Um den neuen Aufgaben gerecht zu werden, hier ein paar Schritte für einen fokussierten Einsatz von Social-Media-Aktivitäten, der die wesentlichen Aufgaben einer Kulturinstitution unterstützt.

 

In 7-Schritten zur Social-Media Strategie
1. Vertraut machen mit den wichtigsten Social-Media-Plattformen und Werkzeugen

Zunächst sollte man sich Grundlagenwissen über die Plattformen und die dafür benötigten technischen Mittel aneignen, um besser zu verstehen, wie diese eingesetzt werden können: wo sind welche Informationen bereits vorhanden sind, welche Plattform besonders viel Material bieten, ob verstärkt ein Medium – Text, Bild oder Film – zum Einsatz komm, wie seitens aller Nutzerinnen und Nutzer informiert, kommuniziert und partizipiert wird.
Dies dient auch dazu, einen Einblick zu erhalten, welche Personen und Institutionen zum erweiterten Netzwerk zählen.

2. Kompetenzen klären

Kurze Wege und flache Hierarchien sind Voraussetzungen für schnelles, spontanes und erfolgreiches Agieren auf den sozialen Plattformen. Vorteilhaft ist, wenn es eine Person gibt, die die Verantwortung für die Arbeit in den Sozialen Medien übernimmt und in die Rolle einer Social-Media-Managerin bzw. eines Social-Media-Managers schlüpft.

3. Institution auf die für sie passenden Plattformen registrieren

Hier hilft es vorab zu recherchieren, ob auf allen vorgesehenen Plattformen der gewünschte Username noch vorhanden ist. Der Name sollte einheitlich auf allen Plattformen sein, leicht merkbar, erkennbar und auffindbar sein. Den Wiedererkennungswert steigert auch eine gewisse Konsequenz des Erscheinungsbilds.

4. Eigene Ressourcen für den Einstieg prüfen

Die Offenheit aller Abteilungen gegenüber dem Einsatz von Social Media zählt zu einer Grundvoraussetzung. Anfangs sollten einige Stunden pro Woche für den Einsatz von sozialen Medien eingeplant werden, gerade am Anfang sollte immer wieder überprüft werden, wie viel Zeit tatsächlich aufgewendet werden muss, damit man auf eine realistische Einschätzung der notwendigen Ressourcen kommt.

5. Strategie und Planung von Social-Media-Aktivitäten

Die Aktivitäten in den Social Media-Kanälen sollten zur Ausrichtung des Museums passen. Wichtig ist, die Frage „Wem will man was, wie und warum sagen?“ ausführlich zu beantworten. Die Informationen sollten unterschiedlich aufbereitet werden und möglichst über mehrere Plattformen gestreut werden.
Nachdem man sich über Ziele der Aktionen, möglichen Zielgruppen und Ressourcen im Klaren ist, sollte man sich überlegen welche Inhalte kommuniziert werden und wie Inhalte produziert werden können, welche Tools für die Umsetzung gebraucht werden sowie ein gut strukturierter Zeitplan, um regelmäßig Präsenz zeigen zu können.
Mit einem konkreten Pilotprojekt starten, hilft sich in die Thematik einzuarbeiten.

6. Netzwerken

Netzwerken umfasst die Aufgaben des Verfassens der Beiträge sowie das Lesen von und Antworten auf Userkommentaren. Persönliche Kontakte, Fachkollegen, berühmte Persönlichkeiten uvm. können als Multiplikatoren für die Plattformen genutzt werden.

7. Ziele überprüfen und anpassen

Wichtig ist es nach einiger Zeit zu überprüfen, ob die zeitlichen und personellen Ressourcen ausreichend sind, inhaltliche Ziele erreicht wurden, und ob Tools und Materialien adäquat eingesetzt werden konnten. Den Überblick kann man mit Tools wie Hootsuite oder Tweetdeck etc. behalten. Zum Mitlesen und darauf zeitnah zu reagieren können, helfen Dokumentationstools wie Storify.
Hilfreich ist auch Feedback der Teilnehmer/innen zu sammeln.

Christiane Gastl, Studierende an der FH Joanneum „Ausstellungsdesign” und Digitalisierungsspezialistin


Quellen und weiterführende Literatur:

Axel Vogelsang, Bettina Minder und Seraina Mohr: Social Media für Museen: Ein Leitaden zum Einstieg in die Nutzung von Blog, Facebook, Twitter & co für die Museumsarbeit, Hochschule Luzern, 2011
Christian Henner-Fehr, Kulturmanagement Blog
Jörn Brunotte und Michael Müller, Social Media Guidelines von Museen
Tanja Praske, 10 Fragen zu Social Media im Museum: Beziehungspflege & Kommunikation


Foto: pxphere