Erstellt am 15. Oktober 2017

Im Fokus: Ausstellungstexte und Orientierungsbeschriftung

Für die Ausstellungsdidaktik sind Texte ein wichtiger Bestandteile, dazu zählen alle Informationstexte sowie die wichtige Orientierungsbeschriftung. Das Einbeziehen von Kulturvermittler/innen und deren Fachwissen in punkto Besucher/innenorientierung führt zu den besten Ergebnissen, was die Lesbarkeit und die Verständlichkeit der Texte anlangt. Die Texte bestehen in der Regel aus mehreren Informationsebenen:

Einführungstexte (A-Texte)
Durch sie wird der Aufbau und das Thema der Ausstellung dargestellt, sie befinden sich normalerweise im Eingangsbereich der Ausstellung

Bereichstexte (B-Texte)
Durch sie werden die verschiedenen Ausstellungsräume gegliedert

Objektbeschriftungen (C-Texte)
Sie beinhalten detaillierte Angaben zum Objekt (Titel, Autor/Künstler/Hersteller, Entstehungszeit/-ort, Material, ggf. Technik und Maße, Inventarnummer, Herkunft/Leihgeber, Detailgeschichte).

Jene Ebenen geben der Ausstellung eine geordnete Reihenfolge. Mit ihrer Hilfe wird es dem Besucher ermöglicht, Informationen über die Ausstellung zu erhalten. Nur mit der richtigen Beschriftung wird das zu übermittelnde Wissen auch beim Betrachter angenommen und gelesen. Hier ist es wichtig, die Texte besonders knapp und informativ zu gestalten, um den Besucher neugierig zu machen und sein Interesse anzuregen. Natürlich sollte auch der Wissensdurst gestillt werden – so ist die richtige Beschriftung das A und O einer Ausstellung.
Ein einfacher Satzbau und möglichst wenig Fremdwörter sind für eine gute Verständlichkeit wichtig. Sollte es ohne Fachbegriffe nicht möglich sein, das Objekt zu beschreiben, so sollte das Fremdwort erklärt werden.
Der Ausstellungstext sollte die Konzentration der Besucher nicht beeinträchtigen. Es ist von Vorteil, auf lange und komplizierte Texte zu verzichten. Durch hinzufügen von Broschüren, Saalzetteln, Booklets, u. ä. kann das jeweilige Ausstellungsthema oder Objekt ausführlicher beschrieben werden.

Die Orientierungsbeschriftung beinhaltet den Titel, die Raum- und Themenüberschriften zur Ausstellung, gibt aber auch Hinweise zur Abfolge der Ausstellungsthemen sowie notwendige Sicherheitshinweise.

Schrift und Typographie
= gute Lesbarkeit
= Leseabstand
= klarer Aufbau

Durch Zwischenüberschriften und Absätze wird eine klare Struktur des Textes erzeugt.
Schrifttyp, Zeilenabstand, Zeilenlänge und Schriftgröße sollten den räumlichen Begebenheiten angepasst werden. Wenn das Museum ein Corporate Design hat, muss dieses natürlich berücksichtigt werden.
Die Schriftwahl kann den Betrachter beeinflussen und Assoziationen auslösen. Hier sollte auf eine gute Lesbarkeit, eine eng laufende und serifenlose Groteskschrift (z. B. Arial, Helvetica, Tahoma, Verdana) geachtet werden.

Durch eine falsche Schriftart kann die Lesbarkeit und Verständlichkeit stark vermindert werden. Das kann dazu führen, dass der Leser länger für den Text braucht oder sogar frühzeitig abbricht.
Die Verwendung von Kursivschrift und GROSSBUCHSTABEN sind zu vermeiden.
Je nach Position der Beschriftung und Betrachtungsabstand ist die Schriftgröße zu wählen.

Die Schriftgröße der Objektbeschriftungen (C-Texte) sollte zwischen 15 und 20 Punkt (pt) betragen und der Text nicht mehr als 500 Zeichen umfassen. Bei Raumtexten (A- und B-Texte) ist die Größe zwischen 45 und 60 pt zu wählen. Der Textumfang sollte um die 1.000 Zeichen betragen.
Die Wahl der Schriftfarbe sollte mit dem Hintergrund abgestimmt werden.
Ideal ist eine dunkle Schrift auf hellem Untergrund.

Exkurs: MEDIENINSTALLATIONEN

Sollte ein Text alleine die Informationen nicht ausreichend transportieren können, so besteht die Möglichkeit sich weiterer Medieninstallationen zu bedienen.Hörstationen, Touchscreens, Beamer-Projektionen, Filme etc. tragen zu einer besseren Veranschaulichung bei und erweitern das Vermittlungsangebot.
Weiteres besteht die Möglichkeit einen QR-Code (= Quick Response Codes) zu verwenden, um Objekte und Themen mit digitalen Inhalten zu verbinden. Diese QR-Codes lassen sich ganz einfach auf Wänden oder Bannern anbringen. Zur Benutzung ist ein internetfähiges Smartphone und ein passendes App notwendig.

Viktoria Kager, Architektin und Ausstellungsdesignerin, Graz


Fotos:  eigene Illustrationen

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