Im Fokus: Beschriftung

Für die Ausstellungsdidaktik sind Texte einer der wichtigsten Bestandteile, denn sie beinhalten die Information zur Ausstellung sowie  die wichtige Orientierungsbeschriftung. Durch Einbeziehen eines Kulturvermittlers ist man auf der sicheren Seite, was die Verständlichkeit der Texte für Besucher/innen verschiedener Zielgruppen betrifft. Die Texte bestehen in der Regel aus mehreren Informationsebenen.

Einführungstexte (A-Texte)

Durch sie wird der Aufbau und das Thema der Ausstellung dargestellt, sie befinden sich normalerweise im Eingangsbereich der Ausstellung.

Bereichstexte (B-Texte)

Durch sie werden die verschiedenen Ausstellungsräume gegliedert.

Objektbeschriftungen (C-Texte)

Sie beinhalten detaillierte Angaben zum Objekt (Titel, Autor/Künstler/Hersteller, Entstehungszeit/-ort, Material, ggf. Technik und Maße, Inventarnummer, Herkunft/Leihgeber, Geschichte).

Diese Ebenen sind nötig, um der Ausstellung eine geordnete Reihenfolge zu geben. Mit ihrer Hilfe wird es dem Besucher ermöglicht, sich zu orientieren und Informationen über die Ausstellung zu erhalten. Nur mit der richtigen Beschriftung wird das zu vermittelnde Wissen auch beim Betrachter angenommen und gelesen. Hier ist es wichtig, die Texte knapp und informativ zu gestalten, um den Besucher neugierig zu machen und sein Interesse anzuregen. Natürlich sollte auch der Wissensdurst gestillt werden – so ist die richtige Beschriftung das A und O einer Ausstellung.
Ein einfacher Satzbau und möglichst wenig Fremdwörter sind für eine gute Verständlichkeit wichtig. Sollte es ohne Fachbegriffe nicht möglich sein, so sollte das Fremdwort möglichst erklärt werden. Der Ausstellungstext sollte die Konzentration der Besucher nicht beeinträchtigen. Es ist von Vorteil, auf lange und komplizierte Texte zu verzichten. Durch Hinzufügen beispielsweise von Broschüren, Saalzetteln oder Handouts kann das jeweilige Ausstellungsthema oder Objekt ausführlicher beschrieben werden.

Die Orientierungsbeschriftung beinhaltet den Titel, die Raum- und Themenüberschriften, aber gibt auch Hinweise zur Abfolge der Ausstellungsthemen, sowie notwendige Sicherheitshinweise.

Schrift und Typographie

  • gute Lesbarkeit
  • Leseabstand
  • klarer Aufbau

Durch Zwischenüberschriften und Absätze wird eine klare Struktur des Textes erzeugt.
Schrifttyp, Zeilenabstand, Zeilenlänge und Schriftgröße sollten den räumlichen Begebenheiten angepasst werden. Wenn das Museum ein Corporate Design hat, muss dieses natürlich berücksichtigt werden.
Die Schriftwahl kann den Betrachter beeinflussen und Assoziationen auslösen. Hier sollte auf eine gute Lesbarkeit, eine eng laufende und serifenlose Groteskschrift (z. B. Arial, Verdana, Tahoma, Helvetica) geachtet werden.

Durch eine falsche Schriftart kann die Lesbarkeit und Verständlichkeit deutlich verringert werden. Das kann dazu führen, dass der Leser länger für den Text braucht oder sogar frühzeitig abbricht.
Die Verwendung von Kursivschrift und GROSSBUCHSTABEN ist zu vermeiden.
Je nach Position der Beschriftung und Betrachtungsabstand ist die Schriftgröße zu wählen. Die Schriftgröße der Objektbeschriftungen (C-Texte) sollte zwischen 15 und 20 Punkt (pt) betragen, der Text sollte etwa 500 Zeichen umfassen. Bei Raumtexten (A- und B-Texte) ist die Größe zwischen 45 und 60 pt zu wählen. Der Textumfang sollte um die 1.000 Zeichen betragen.
Die Wahl der Schriftfarbe sollte mit dem Hintergrund abgestimmt werden. Ideal ist eine dunkle Schrift auf hellem Untergrund.

Exkurs: Medieninstallationen

Sollte ein Text alleine die Informationen nicht ausreichend transportieren können, so besteht die Möglichkeit sich weiterer Medieninstallationen zu bedienen.Hörstationen, Touchscreens, Beamer-Projektionen, Filme etc. tragen zu einer besseren Veranschaulichung bei und erweitern das Vermittlungsangebot. Weiteres besteht die Möglichkeit einen QR-Code (= Quick Response Codes) zu verwenden, um Objekte und Themen mit digitalen Inhalten zu verbinden. Diese QR-Codes lassen sich ganz einfach auf Wänden oder Bannern anbringen. Zur Benutzung ist ein internetfähiges Smartphone und ein passendes App notwendig.

Viktoria Kager, Architektin und Ausstellungsdesignerin, Graz

 

Datum

Erstellt am 10. Oktober 2017

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Credits und weitere Informationen

Foto: pxphere