Erstellt am 5. Mai 2017

Im Fokus: Beleuchtung – Stimmungen schaffen

Ein großes Thema ist die Beleuchtung in Museen, Galerien und Ausstellungen durch ein weiches-diffuses Licht. Durch die geringe Schattenbildung und den geringen Kontrasten ist es eine ideale Beleuchtungsform. Durch Akzentuierungen wird die Aufmerksamkeit des Betrachters gezielt gelenkt. Diese Beleuchtung sollte ohne schädigende UV-Strahlung/IR-Strahlung sein. Durch LED-Spots und Fiberglas-Produkten kann eine schädigende Wärmestrahlung vermieden werden und dennoch Highlights gesetzt werden.

Akzentbeleuchtung

  • Durch einen Profilscheinwerfer, kann man mittels 4 Blendenschiebern und einer speziellen Linse, die beleuchtete Fläche rechteckig eingrenzen. Durch diese Methode leuchtet das Bild wie von selbst (Bild 1).
  • Ein oder zwei breiter strahlende Spots beleuchten das Landschaftsbild. Rundherum ist wieder der Lichthof klar erkennbar, durch die Größe des Bildes lassen sich die Scheinwerferkegel besser platzieren (Bild 2).
  • Ein engstrahlender Spot beleuchtet das kleine Portrait. Rundherum ist der Lichthof klar erkennbar, der Scheinwerferkegel ist oval (Bild 3).

Die Grundbeleuchtung soll den Raum möglichst schattenfrei ausleuchten. Wichtig ist die richtige Helligkeitsverteilung (Verhältnis von Leuchtdichten) die den Sehkomfort und die Raumstimmung beeinflusst. Die Beleuchtungsstärke beeinflusst die Sehleistung. Die Lichtfarbe und Farbwiedergabe hat einen großen Einfluss auf die Raumstimmung und die Oberflächenfarben. Es gibt keine Faustregel, wie hell eine Grundbeleuchtung sein sollte. Mitunter hängt es auch von den jeweiligen Räumlichkeiten ab. Mit welchem Bodenbelag hat man es zu tun, wie ist die Beschaffenheit der Wand- und Deckenfarbe, Möblierung sowie das Ausmaß vom Tageslichteinfall.

Welche Lichtfarbe/Farbtemperatur will und brauche ich?

Unterschiedliche Lichtfarben werden oft als störend empfunden: Die Farbtemperatur wird in Kelvin gemessen. Niedrige Farbtemperaturen entsprechen rötlichem Licht und sehr hohe bläulichem Licht. Je höher der K-Wert, desto weißer das Licht. Bei 6.000 Kelvin (und das ist wirklich extrem weiß) wird das abgestrahlte Licht als Tageslicht bezeichnet.

Der Lichtschutz und die Lichtschäden im Museum sind ein wichtiger Aspekt. Lichtschäden sind kumulativ: Eine Stunde bei 1.000 Lux entsprechen 1.000 Stunden bei 1 Lux. Bei einem Wert von 50 Lux ist für junge Menschen das Objekt noch gut sichtbar, für ältere Personen ist die Lesbarkeit bereits sehr erschwert. Ein guter Tipp ist, die Beleuchtungsdauer und Stärke einzuschränken und dadurch die Möglichkeit zu erhalten, das Objekt gut auszuleuchten.

Die durch eine hohe Beleuchtungsstärke produzierte Wärme beschleunigt die Alterung des Objektes. Objekte hinter Glas sind durch den Treibhauseffekt besonders gefährdet. Für Vitrinenbeleuchtung gibt es die Möglichkeit eine „Glashaube“ anzubringen, die das Licht direkt nach unten oder von unten abgibt. Eine weitere Alternative ist die Beleuchtung von außen. Das Hauptproblem liegt hier bei der Spiegelung der Umgebung und Blendreflexion durch Personen. Es gibt die Möglichkeit die Vitrinenscheiben schräg zu stellen oder aber entspiegelte Vitrinengläser anzubringen. Eine günstige Alternative ist Acrylglas, mit dem man einfach unterschiedlichste Formen und „Hauben“ kreieren kann. Zudem ist es ein leichtes, LEDs oder auch ein anderes Beleuchtungssystem darin zu verbauen.

Verschiedene Beleuchtungstypen

Moderne Einbauleuchtensysteme basieren immer häufiger auf LED-Technik, die eine geringere Wärmeentwicklung hat und kompakter verbaut werden kann. Leuchtstofflampen sorgen für diffuses Licht, während LED-Spots für gerichtetes Licht sorgen:

Lampentypen im Vergleich – Lichtausbeute = Energieeffizienz ist der Quotient aus dem von der Lampe abgegebenen Lichtstrom (Lumen) und der von ihr aufgenommenen Leistung (Watt).
Die LED-Lampen kosten zwar etwas mehr als Energiespar- oder Halogenleuchten, halten dafür aber sehr lange und sparen sehr viel Strom.

Viktoria Kager, Architektin und Ausstellungsdesignerin, Graz


Fotos: Viktoria Kager

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