Erstellt am 29. September 2016

Der österreichische Spendenmarkt – Potenziale für den Kunst- und Kulturbereich

Nicht zuletzt seit der Einführung der Spendenabsetzbarkeit auf mildtätige und Forschungs-Zwecke (2008) und der schrittweisen Erweiterung auf Natur- und Umweltschutz sowie Feuerwehren, lässt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Spenden in Österreich verzeichnen.

Siehe auch: Wie wird man eine spendenbegünstigte Organisation?

Bis 2016 war es im Kulturbereich nur Bundeseinrichtungen und Museen per Bescheid vorbehalten auf die Liste der spendenbegünstigten Einrichtungen zu kommen. Nun besteht die Möglichkeit für Kulturorganisationen unter bestimmten Voraussetzungen auf die Liste der spendenbegünstigten Einrichtungen zu kommen.

Österreich ist traditionell ein Land der Klein- und Mittelspender.

Mehr als die Hälfte aller BürgerInnen, nämlich 64 %, spenden (Quelle: Spendenbericht 2015, Erhebung durch PublicOpinion). Personen, die spenden sind im Durchschnitt älter als 60 Jahre, haben eine höhere Schulbildung und verfügen über ein Netto-Haushaltseinkommen von zumindest 1.500 Euro/Monat. Zudem spenden mehr Frauen als Männer.

Traditionsgemäß liegen die Spendenthemen „Kinder“ und „Tiere“ bei den Österreicherinnen und Österreichern mit 29% und 22 % auf Platz 1. Gefolgt von „Katastrophenhilfe im Inland“, für die rund 16 % der Bevölkerung spendet. Immerhin gaben 5 % der Befragten an, für „Kunst, Kultur, Unterhaltung und Freizeit gespendet“ zu haben – dieses Spendenthema liegt somit gleich auf wie die klassischen sozialen und mildtätigen Spendenthemen „Bekämpfung von Seuchen“, „Bekämpfung des Hungers in der Welt“ „Alte Menschen“, „Jugendliche“.

Kunst und Kultur als kontinuierlich wachsendes Spendenthema: Laut Umfrage steigen die Spenden für „Kunst und Kultur“ seit einigen Jahren kontinuierlich an: 2009 spendeten nur 1 % der Bevölkerung für Kultur, in den Jahren 2013 und 2014 waren es bereits 4 % und 2015 immerhin 5 %. Das liegt möglicherweise auch daran, dass mehr Kultureinrichtungen als früher mit Fundraising beginnen.

Was bewegt die Österreicher/innen, Spenden für eine Einrichtung zu geben? Als ausschlaggebend genannte Gründe für eine Spende waren im letzten Jahr u. a. die Motive „Weil mir die Organisation sympathisch ist“ (60 %) und „Weil mich der Aufruf zu spenden überzeugt hat“ (49 %).

Wer nicht fragt, bekommt auch nichts – während hingegen ein klar formulierter Spendenaufruf für ein bestimmtes Projekt selbstverständlich auch im Kulturbereich überzeugt und seine Spender/innen findet. Viele Nicht-Spender wurden vielleicht noch nie gefragt oder mit ihrem Spendenthema abgeholt!

Fundraising-Instrumente im Kulturbereich

Auch im Kulturbereich gibt es einige Instrumente der systematischen Spenderansprache und –bindung, die bevorzugt eingesetzt werden: Neben den beliebten Patenschaften für Kunst- und Kulturobjekte beginnen in den letzten Jahren auch einige Kultureinrichtungen, behutsam aber kontinuierlich Legatfundraising aufzubauen. Spender/innen können so mit einem Vermächtnis auch weiterhin Kulturprojekte ermöglichen oder zu Sammlungen beitragen. Aufgrund der älter werdenden Gesellschaft wird dieser Spendenform in ganz Europa mittlerweile wachsende Bedeutung beigemessen.

Sibylla Haindl
FVA – Fundraising Verband Austria


Der Fundraising Verband Austria bietet neben Aus- und Weilerbildungen auch Projekte und Service zum Thema Fundraising und Spenden in Österreich an. Für Kultureinrichtungen gibt es eigene Informations- und Vernetzungsmöglichkeiten, sowie eine jährliche Fachtagung. >>> weitere Informationen

Foto: Das Logo zur Spendenabsetzbarkeit können Sie beim Fundraising Verband Austria anfordern unter fva@fundraising.at.

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