Erstellt am 16. August 2016

Museum Fronfeste: Von hier. Und dort

Von hier. Und dort. Geschichte(n) von Migration und Integration im Salzburger Land
Landesausstellung 20.16 

Die Ausstellung „Von hier. Und dort.“ im Museum Fronfeste in Neumarkt am Wallersee beschäftigt sich mit Erinnerungen an vergangene Zeiten und geht der Frage nach Identitäten und Zugehörigkeiten nach.
Die Kuratoren Michael Weese und Ingrid Weydemann versuchen besonders auf Schicksale von Ein- und Auswander/innen im Raum Neumarkt am Wallersee aufmerksam zu machen.

Identität. Wanderung. Zuhause.

Diese drei Worte kommen bei näherer Betrachtung der Ausstellung und des Gestaltungskonzeptes immer wieder auf.

Identität

Schon bei der Ausstellungsgestaltung wird deutlich, dass sich die Besucher/innen mit sich selbst und ihrer eigenen Identität auseinandersetzen müssen. Der Kreis, der als zentrales Element in der Gestaltung gewählt wurde, soll auf Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede zwischen einzelnen Menschen aufmerksam machen.
Der Chamäleon-Farbeffekt soll zum Nachdenken anregen: „Was bleibt Tradition, was gebe ich weiter, kann ich Familie/Freunde/Bekannte anstecken? Oder muss ich mich anpassen?“

Parallel zur Ausstellung bekommt jede/r Besucher/in ein Ausstellungsbegleitbuch. In diesem sind mehrere „Übungen“ enthalten, die als „Einladung zur Selbstreflexion über das Thema der eigenen Identität“ dienen.
Folgende Fragen sollen von den Besucherinnen und Besuchern beantwortet werden: „Was macht meine Identität aus? Besitze ich wirklich nur eine Identität oder doch mehrere? Mit wie vielen Menschen teile ich diese Identität(en)? Würde sich die Antwort ändern, wenn ich dieselbe Frage ein paar Jahre zuvor gestellt hätte?“ (aus dem Pressetext Gestaltungskonzept)

Wanderung

Das Land Salzburg ist seit jeher von Wanderung betroffen. Die Ausstellung greift das Thema der Wanderbewegungen auf, welche keineswegs neue Erscheinungen sind. Die Geschichte beginnt früh, als die Römer vor 2.000 Jahren begannen das Land zu besiedeln. Die Kuratoren versuchen auch Platz für Geschichten der Land- und Gastarbeiter, der Knechte und Mägde und aktuell auch der Kriegsflüchtlinge zu schaffen. Jeder Mensch, ob er nun zu- oder ausgewandert ist, hat in der Region um Neumarkt am Wallersee seine Spuren und Geschichten hinterlassen, die allesamt Platz in dieser Ausstellung finden sollen.

Zuhause

Im Gestaltungskonzept steht zu Haus folgendes: „Bedeutet ein Haus einfach zuhause sein?“
Diese Frage wird zwar nicht beantwortet, jedoch öffnet sie neue Gedankenspiele und Antwortmöglichkeiten für die Besucher/innen. In der Ausstellung kommt immer wieder die schematische Form eines Hauses vor. Auch bietet die Ausstellung eine Art zu Hause für Geschichten von Migrantinnen und Migranten.

Die Art, wie die Inhalte der Ausstellung aufbereitet wurden und nunmehr öffentlich gezeigt werden, ist zugleich mutig und streift an einem emotionalen Thema. Aber gerade weil die Wanderungsbewegungen in der Gemeinde Neumarkt am Wallersee immer schon dazugehörten, ist sie der geeignete Ausgangspunkt für eine solche Ausstellung.

Carina Schöfl, Studierende an der FH Joanneum “Ausstellungsdesign”


Fotos (vlnr):  Nationaltracht: Josef Neulinger, Johann Sinnhuber in chinesischer Nationaltracht, 11 Jahre Flucht 1914–1918 (Foto: Peter Krackowizer),Hab und Gut der Sudetendeutschen auf der Flucht (Foto: Waltraud Jetz-Deser), Arbeitsbuch Johann Jahn 1865, Arbeitsmigration (Foto: Peter Krackowizer)

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